Das Dudweiler Statt-Theater spielt auf allen Bühnen

Amateurtheater im Regionalverband : „Wir sind eine eingeschworene Gemeinschaft“

Das Dudweiler Statt-Theater hatte schon diverse Proben- und Auftrittsorte. Den besonderen Zusammenhalt hat das Team nie verloren.

Seit dem Jahr 2015 ist ein Saal im Turm der Kreuzkirche in Herrensohr der Proberaum des Dudweiler Statt-Theaters, eines eingetragenen Vereins. Dort treffen sich die Aktiven einmal in der Woche, um ihre neuen Stücke vorzubereiten. Oder wie derzeit, wenn Aufführungen anstehen, auch häufiger.

Dann wird aber nicht gleich mit den Proben losgelegt, sondern die Treffen beginnen mit einem kleinen Ritual. „Wir setzen uns zuerst zusammen und beginnen mit einer persönlichen Ansprache. Danach machen wir theaterpädagogische Übungen, und dann fangen wir erst mit der eigentlichen Probe an“, erklärt Sonja Schuler.

Sie ist die Vereinsvorsitzende und steht selbst auf der Bühne – ebenso wie Robert Hartmann, ihr Stellvertreter. Daneben bilden Achim Schmitt, Katrin Gessner, Marko Hensel, Julia Conrad und Tanja Scheid die derzeitige Schauspieltruppe. Karin Schmidt ist die Regisseurin, Michael Hell kümmert sich um die Technik.

Der Verein hat knapp 30 Mitglieder, die Hälfte ist auf und hinter der Bühne aktiv. Einige sind schon lange dabei, können sich noch gut an die Zeit erinnern, in der sie eine eigene Spielstätte hatten. „Von 1993 bis 2005 war der Saal im ,Brennenden Berg’ unsere Bühne. Wir hatten alles selbst hergerichtet, der Saal fasste 80 Zuschauer, war von der Größe her ideal. Wir haben dort viel gespielt, experimentiert und auch viele Gastspiele organisiert. Aber leider hatte der Vermieter dann andere Pläne“, erinnert sich Robert Hartmann.

Danach wurde die Dudweiler Scala die Auftrittsbühne. Dort wurden in den Jahren 2005 und 2006 die Stücke unter dem Namen „Kultur in der Baustelle“ aufgeführt.

Dann musste die Scala wegen des baulichen Zustands aufgegeben werden. „Wir hatten uns sehr engagiert für die Scala. Aber irgendwann ging es nicht mehr“, erzählt Karin Schmidt, Regisseurin mit Grundausbildung in Theaterpädagogik.

Seitdem ist das Bürgerhaus in Dudweiler die Bühne des Statt-Theaters. Dieses Jahr hat die Truppe das Stück „Wir sind die Neuen“, eine Komödie mit Tiefgang nach dem gleichnamigen Spielfilm, erarbeitet. Acht bis zehn Aufführungen pro Jahr sind üblich. Da das Stück aber bisher so gut ankam, ist sogar geplant, es auch in den Partnerstädten von Dudweiler, in St. Avold, Duttweiler in der Pfalz und sogar in Cottbus zu zeigen.

Aber erst stehen noch zwei reguläre Aufführungen im Bürgerhaus unmittelbar bevor. In diesem Jahr war es etwas anders. 2019 hatte der Verein vier Vorstellungen im Frühjahr und vier weitere im Herbst, erzählt Sonja Schuler.

Der Grund dafür ist eine der Hauptdarstellerinnen. „Julia Conrad war im Frühjahr hochschwanger, dann hat sie ihr Kind bekommen, wir haben pausiert, und nun steht sie als junge Mutter wieder auf der Bühne“, berichtet sie weiter.

Auch die anderen Aktiven freuen sich für Julia Conrad, überhaupt scheint der Zusammenhalt in der Truppe sehr gut zu sein. „Wir sind eine eingeschworene Gemeinschaft“, sagt dann Karin Schmidt auch lachend und meint, einer der Gründe dafür sei auch ihr Begrüßungsritual zu Beginn jeder Probe.

Da wundert es auch nicht, dass die neuen Stücke des Dudweiler Statt-Theaters basisdemokratisch ausgesucht werden. „Einer schlägt ein neues Stück vor, und dann reden wir drüber“, sagt Sonja Schuler.

Auffallend ist, dass in dieser eingeschworenen Gemeinschaft jedes Alter, egal ob männlich oder weiblich, vertreten ist. So können die verschiedenen Rollen gut besetzt werden. Und man ist auch offen für Neue. „Jede oder jeder kann zu uns kommen und bei uns mitmachen“, erklärt Karin Schmidt.

So wie Tanja Scheid, Katrin Gessner und Marko Hensel, die alle zum ersten Mal für das Dudweiler Statt-Theater auf der Bühne stehen. „Ich fühle mich hier sehr wohl, auch auf der Bühne. Hier mitzumachen ist eine absolute Bereicherung“, bestätigt Katrin Gessner dann auch.

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„Wir sind die Neuen“ heißt die aktuelle Inszenierung des Dudweiler Statt-Theaters: (von links)  Achim Schmidt und Robert Hartmann. Foto: Krämer/Kerstin Krämer

statt-theater.de