Damit Eisbären nicht ins Schwimmen kommen

Dudweiler · Wie man Energie einspart, das wissen schon die Grundschulkinder. In der Turmschule Dudweiler sind viele Viertklässler, die sich auskennen. Und dafür auch ausgezeichnet worden sind.

Angefangen hat alles mit einem Eisbären, der unfreiwillig schwimmen musste. "Wir haben zwei Schüsseln mit Eiswürfeln gefüllt und in die Sonne gestellt", erinnert sich Fabian noch genau an das Experiment in der Schule. Eine der Schüsseln wurde abgedeckt, eine nicht. Auf jeden der Miniatur-Eisberge hatten die Schüler zuvor noch einen Plastikbär platziert. "Dann haben wir gewartet und nach einer Weile war das Eis in der offenen Schüssel geschmolzen." Ok, dann plantscht der Petz halt im Wasser. Von wegen: "Wenn das Eis am Polar schmilzt, dann haben die Eisbären keinen Lebensraum mehr und sterben aus", bringt es David auf den Punkt. "Und da können wir gar nichts dagegen tun", hakt Klassenlehrerin Silke Kempf, die im Studium Geographie als Hauptfach belegt hat und der das Thema Klimaschutz von Haus aus am Herzen liegt, mit gespielter Betrübnis ein. Doch, unbedingt, sagt Kwane. Man soll ja beim Zimmer verlassen das Licht ausschalten. Oder vor dem Lüften die Heizung ausdrehen. "Und Fenster kippen gibt es nicht." Niemals. Stoßlüften lautet die Devise.

Das erzählen die Klimapolizisten - 18 Mädchen und Jungen der Klasse 4.2 - natürlich nicht nur brav der Presse, wenn die mal eben auf Besuch kommt. Ihre Aufgabe ist es vielmehr, ihre Mitschüler in der Grundschule für das Thema zu sensibilisieren und anzuleiten, wie man Energie- und Wasser spart - um den Ausstoß des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid zu vermeiden. Denn "bei jeder Verbrennung entsteht CO2", weiß Aaliyah .

Dass jemandem etwas beizubringen manchmal gar nicht so einfach ist, war für die Neun- und Zehnjährigen eine neue Erfahrung: "Den Zweitklässlern haben wir das zu schnell erklärt", sagt Fabian und kichert. Zwar haben die Kleinen den mit Weste und Schirmmütze standesgemäß eingekleideten Klimapolizisten aufmerksam zugehört. Aber längst nicht alles verstanden. "Da hatten wir wohl zu hohe Ansprüche", räumt Silke Kempf ein. Weshalb man den "Lehrplan" noch mal überarbeite. "Bis zum Sommer wollen wir mit allen Klassen durch sein." Dass es auch nach den Sommerferien weiter geht mit dem Projekt, steht für Schulleiterin Natalie Koch längst fest. Sie und Klassenlehrerin Kempf hoffen, dass die Kinder beim Wechsel in die weiterführenden Schulen "viel im Kopf mitnehmen". Wobei die Botschaft auch schon in etlichen Elternhäusern angekommen ist, bestätigen die Kinder. "Meine Mutter bollert die Heizung nicht mehr auf fünf, sondern nur noch auf drei bis zwei", verrät Aya.

Überzeugen konnte das Konzept auch die Jury des von der Landeshauptstadt ausgelobten Wettbewerbs "KlimaKids". Für ihr Gesamt-Engagement und die "Klimapolizei" räumte die Turmschule gleich zwei Preise ab (wir berichteten). Von dem Geld wird nun ein Ruhe- und Bewegungsraum eingerichtet. Wovon die Viertklässler leider kaum noch profitieren. Ihr Lohn wird, passend zum Thema und wie Natalie Koch lachend anmerkte, "zur Abkühlung eures Körperklimas", ein Eisbecher sein. Mit oder ohne Erd-"Bären".