Da bebte der Boden im Bürgerhaus

Eine Brücke schlagen zwischen der jüngsten und der älteren Generation – das will ein sportliches Projekt, das nun seinen Lauf nimmt. Begegnung durch Bewegung lautet das eingängige Motto für Senioren und Kita-Kinder.

Fliegen wie ein Flieger, so stark sein wie ein Tiger und so groß wie 'ne Giraffe - das wünschten sich zahlreiche Kinder und Senioren im Dudweiler Bürgerhaus. Sie präsentierten bei der Auftaktveranstaltung des Modellprojekts "Groß und Klein in Bewegung" des Landessportverbandes für das Saarland (LSVS) spielerisch und beispielhaft, wie sich junge und alte Menschen gemeinsam fit machen oder halten können.

Das durch Schlagersänger Tim Toupet bekannt gewordene sogenannte "Fliegerlied" gab den Takt vor, und die begeisterten Senioren aus Dudweiler und Kinder der städtischen Kita Pfaffenkopf brachten den Boden des Bürgerhauses zum Beben. Nach dem gemeinsamen Warmmachen teilte sich die Gruppe je nach Interessenslage auf. Manche gingen zum gemeinsamen Boulespielen, andere zum Wandern.

Seit über zehn Jahren fördert der LSVS unter dem Label "Kindergarten-Kids in Bewegung" die Kooperation von Sportvereinen und Kindergärten. Besonders gut funktioniert diese zwischen der Kita Pfaffenkopf und dem ATV Dudweiler . Seit 2011 werden in Zusammenarbeit mit Seniorenbeiräten, Seniorenclubs und Sportvereinen in saarländischen Städten auch Bewegungsangebote für Ältere durchgeführt - die sogenannten "Seniorenfitness-Tage". Das neue Modellprojekt soll beides verbinden und eine Brücke schlagen zwischen der jüngsten und älteren Generationen. Auf der Brücke gilt das Motto: Begegnung durch Bewegung.

In diesem Punkt waren sich die Gastredner der Auftaktveranstaltung einig. Neben LSVS-Hauptgeschäftsführer Paul Hans waren dies Dudweilers Bezirksbürgermeister Reiner Schwarz, Lothar Arnold vom Seniorenbeirat der Landeshauptstadt Saarbrücken, die Leiterin der Kita Pfaffenkopf Gertrud Quint und Walter Kessler, Initiator der Seniorenfitness-Tage. Weitere Kooperationspartner in Dudweiler sind der Kneippverein, die Boule-Freunde, der Wanderverein und der Seniorenclub.

Heutzutage ist es nicht selten, dass Großeltern und Enkelkinder durch räumliche Trennung nur schwerlich intensive Beziehungen zueinander aufbauen können. Essenzielles wie Fähigkeiten und Wissen können so nicht mehr direkt vermittelt werden. "Sowohl Kindern als auch Älteren geht damit die Chance verloren, sich kennenzulernen und damit auch für die jeweiligen Bedürfnisse der anderen Generation Verständnis zu entwickeln", weiß Karin Schneider, Projektleiterin beim LSVS.

Dass viele Kinder und Jugendliche außerdem im Vergleich zu früher teils deutliche motorische Defizite aufweisen, ist mittlerweile nicht nur allen Sportvereinen bekannt.

Die Zusammenführung von Groß und Klein soll deshalb auf beiden Ebenen wirken - auf der sozialen wie auch auf der motorischen.

Termine und weiterführende Informationen zu "Groß und Klein in Bewegung" findet man im Internet oder über die Geschäftsstelle Breitensport im LSVS, Telefon (0681) 387 91 77; E-Mail: breitensport@lsvs.de.

lsvs-breitensport.de

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