Chaos im Aufstiegskampf

Sportlich läuft es beim Verbandsliga-Ersten TuS Herrensohr gut, im Hintergrund geht es wild zu. Trainer Eric Ternes ist zurückgetreten, Bernd Eichmann kommt im Sommer. Bis dahin leiten Marc Hümbert und Kay Rohrbacher das Training.

Mitten im Aufstiegskampf wird es beim TuS Herrensohr turbulent. Der 18:2-Sieg beim SV Klarenthal hat die Mannschaft in der Fußball-Verbandsliga Südwest am Sonntag an die Tabellenspitze katapultiert, aber dennoch rücken andere Geschehnisse in den Vordergrund. Wie der TuS Ende der vergangenen Woche bekannt gab, wird Bernd Eichmann im Sommer die Nachfolger des zurückgetretenen Trainers Eric Ternes antreten.

Abteilungsleiter Sebastian Richter teilte mit, dass Eichmann unabhängig vom Saarlandliga-Aufstieg kommt. Noch wenige Tage zuvor war der Rücktritt des langjährigen Trainers Ternes in den Aufstiegskampf geplatzt. Auf einer internen Sitzung sprachen sich Dreiviertel der Mannschaft gegen Ternes aus, nachdem der TuS einen 3:0-Vorsprung gegen Liga-Neuling FV Püttlingen hergegeben hatte (3:3). Entlassen habe der Vorstand Ternes nicht, betont Richter: "Ich war vom Misstrauen der Mannschaft menschlich sehr enttäuscht."

Das Vorgehen der Mannschaft nennt er einen "Staatsstreich", Namen wollte er aber nicht nennen. Einzelne Spieler hätten Ternes unter anderem vorgeworfen, er habe kein taktisches Konzept gehabt, habe seine Spieler schlechter gemacht. Richter entgegnet aber, Trainerteam und Verein hätten sowohl die finanziellen Mittel als auch die Ideen zur Verfügung gestellt, Athletik- und Koordinationstrainer engagiert. Vieles davon sei aber schwer umzusetzen gewesen, dem Team wirft Richter eine teils schwache Trainingsbeteiligung vor.

Wäre es nach der Mannschaft gegangen, hätte Michael Petry - derzeit Trainer der B-Jugend des 1. FC Saarbrücken - Eric Ternes nahtlos ersetzen sollen, sagt Richter. "Das habe ich aber abgelehnt und von der Mannschaft selbst eine Lösung gefordert." Die Spieler Marc Hümbert und Kay Rohrbacher leiten daher bis zu Saisonende das Training. Für die nächste Spielzeit legte Richter Wert darauf, einen im Verein unverbrauchten und unvoreingenommenen Trainer zu verpflichten. Eichmann konnte diese Anforderungen erfüllen. Er trainierte fünf Jahre lang die Saarlandliga-Mannschaft des SC Halberg Brebach und übernahm 2013 das Oberliga-Team des 1. FC Saarbrücken II. Für die Malstatter stand er selbst in der Bundesliga auf dem Platz und spielte auch für den FC Homburg und die SV Elversberg . Rund fünf Monate ist es her, dass die DJK Bildstock zum letzten Mal verloren hat. Damals unterlag die Mannschaft in der Fußball-Verbandsliga Nordost mit 0:3 beim SV St. Ingbert, lag sieben Punkte hinter Spitzenreiter TuS Steinbach. Das Bild hat sich nun gedreht. Die DJK ist nach dem 1:1 beim SV Furpach am Sonntag mit vier Punkten Vorsprung auf Steinbach Tabellenführer.

Die erfolgreichen vergangenen Wochen haben in Bildstock den Ehrgeiz geweckt. "Vor der Saison hätten wir auch bei einem knapp verpassten Aufstieg gesagt: Dann versuchen wir es halt nächstes Jahr noch einmal", sagt der Spielausschussvorsitzende Jürgen Weller. "Aber mittlerweile wäre die Enttäuschung dann schon spürbar." Den derzeitigen Lauf erklärt Weller damit, dass die Mannschaft sich jetzt gefunden habe: "Wir hatten vor der Saison eine fast neue Mannschaft, von der wir uns viel versprochen haben. Die hat aber ihre Zeit gebraucht."

Er lobt außerdem die Stimmung im Verein, die Unterstützung der Fans und die Arbeit des Trainers Björn Klos. Offensiv glänzt vor allem Jean-Paul Fries, der bisher 32 Mal getroffen hat. Weller ist sich sicher, dass die Mannschaft im nächsten Jahr fast komplett zusammenbleibt. Verstärkungen sehe man eher in der eigenen Reserve und A-Jugend - ganz gleich, ob dem Verbandsliga-Spitzenreiter der Aufstieg gelingt.