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Lachen über der Kirmes
Dudweiler hält die Kirmestradition hoch

Rund ging es mit den Autoscootern auf der Dudweiler Kirmes.
Rund ging es mit den Autoscootern auf der Dudweiler Kirmes. FOTO: Thomas Seeber
Dudweiler. 17 Stände sorgen für gute Stimmung während der Dudweiler Kirmes. Schausteller sind mit Besuch am Wochenende zufrieden. Von Stefan Bohlander

„Darf der kleine Mann überhaupt schon springen?“, fragt ein Papa. Heiner Sonnier antwortet, solange er es alleine kann, ginge das in Ordnung. Sonnier ist der Betreiber des Bungee-Trampolins, das am Samstagnachmittag zur offiziellen Eröffnung der Dudweiler Kirmes bereits gut besucht ist. Der kleine Junge wird angeschnallt, die Seile per Winde festgezurrt, er hüpft auf und ab – seine Augen beginnen zu strahlen. Auf einer der anderen drei Stationen schaut ein blondes Mädchen mit einer Prinzessinnen-Krone etwas betrübt – ihre fünf Minuten sind abgelaufen.


Schausteller Sonnier zeigt sich fürs Erste zufrieden mit dem Geschäft. „Wo Leute sind, gehen Leute hin“, sagt er lächelnd. Seit zwölf Jahren ist er bereits mit seinem Gerät auf den Kirmesfesten in der Region unterwegs. Also etwa so lang, wie die Bungee-Trampoline als Innovation die Festlichkeiten bereits bereichern. Vornehmlich Kinder und Jugendliche nutzen das Gerät, mit dem es, vom Boden aus gemessen, bis zu sechs Metern in die Höhe geht. Lachend erzählt Sonnier, dass Eltern ihren Nachwuchs ganz gerne zum Abschluss eines Kirmes-Rundganges zu ihm bringen, damit die Kleinen sich nochmal richtig auspowern könnten. Die Kirmes in Dudweiler sei noch eine von den gut besuchten. „Es ist eine Tradition und Traditionen sollte man beibehalten“, so Heiner Sonnier. Auch andere sehen das so. Und so stehen Jugendliche an der Box-Maschine, wo es gilt, die Birne unter gegenseitigem Anfeuern so hart wie möglich zu treffen.

Am Flug-Karussell treffen sich die Kleinen und heben in die Luft ab. Am Autoscooter stehen Jugendliche, lauschen der stampfenden Discomusik, in den Box-Autos sitzend fahren sie sich gegenseitig in die Seite. 17 Stände sind es an der Zahl, die für gute Stimmung während des Festes sorgen.



Gute Stimmung haben auch Maren Hellmann und Gerhard Syring-Lingenfelder. Sie gehören als Weinprinzessin und Ortsvorsteher der Delegation aus der Patengemeinde Duttweiler/Pfalz an und eröffnen mit Dudweilers Bezirksbürgermeister Reiner Schwarz und Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz die Kirmes offiziell. Obwohl erst seit zwei Wochen im Amt, hat die Weinprinzessin bereits einige Termine und Auftritte absolviert, wie sie erzählt. So waren sie und ihr „Hofstaat“ bereits auf einigen Weinfesten in der Umgebung ihrer Heimat unterwegs. „Wir sind schon eine richtige Wochenend-Familie“, sagt sie lachend.

Seit 73 Jahren feiert Duttweiler sein Weinfest, wie Ortsvorsteher Syring-Lingenfelder sagt – und auch seit dieser Zeit sei es immer gelungen, eine Weinprinzessin zu finden, fügt er stolz hinzu. 15 Weingüter und eine Sektkellerei beherbergt die Partnergemeinde. Nach Dudweiler zur Kirmes kommt man auch schon etliche Jahre. Der Rundgang nach der Eröffnung sei immer eines der Highlights, sagt er. Immer dabei hat die Delegation natürlich ein Fass Wein, das zur Eröffnung angestochen wird. Diesmal gibt es einen schmackhaften 2017er Weißburgunder Feinherb vom Weingut seines Bruders.

Bereits einen Tag vorher feierte man gemeinsam das traditionelle Kirmes-Singen im Bürgerhaus. Mit dabei waren der Männerchor Harmonie, der Gemischte Chor Thalia, die Grubenwehr-Kameradschaft Jägersfreude und die Chorgemeinschaft Fischbach-Herrensohr. Noch bis Dienstag können die Besucher auf dem Dudoplatz und dem Alten Markt feiern. Manches Lokal veranstaltet zusätzlich Auftritte von Live-Bands. Am heutigen Montag ist mit Clowns, Ballonmodellage und Kinderschminken ein extra Kindertag. Am Dienstag ist der Nachmittag dann Familientag mit ermäßigten Fahrpreisen. Das Parkhaus ist an den Kirmestagen bis 23 Uhr geöffnet.

Auf die Eröffnung der Kirmes stießen am vergangenen Samstag in der Ortsmitte an (von links): Charlotte Britz, Maren Hellmann, Gerhard Syring-Lingenfelder und Reiner Schwarz.
Auf die Eröffnung der Kirmes stießen am vergangenen Samstag in der Ortsmitte an (von links): Charlotte Britz, Maren Hellmann, Gerhard Syring-Lingenfelder und Reiner Schwarz. FOTO: Thomas Seeber