Buchprojekt in Dudweiler Förderschule in Stadtbibliothek Saarbrücken

Dudweiler Lesestunde : Ein großer Erfolg mit den Hasenschweinchen

Ein einmaliges Buch-Projekt der Dudweiler Förderschule Winterbachsroth wurde in der Saarbrücker Stadtbibliothek gefeiert.

„Kultur macht stark!“ Dass das wirklich stimmt, durften jetzt Schülerinnen und Schüler der Dudweiler Förderschule Winterbachsroth für geistige Entwicklung erfahren. Die zwölf Jungen und Mädchen im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren haben nämlich selbst ein Buch geschrieben und illustriert – und bei der Buchvorstellung wurden sie in der Stadtbücherei Saarbrücken mit Lob geradezu überschüttet.

Der Hintergrund: Unter dem Motto „Kultur macht stark“ fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung insgesamt 32 außerschulische Angebote der kulturellen Bildung für benachteiligte Kinder und Jugendliche. Der Bundesverband der Friedrich-Bödecker-Kreise (FBK) ist mit seiner Initiative „Wörterwelten. Autorenpatenschaften II – Literatur lesen und schreiben mit AutorInnen“ an der Aktion beteiligt.

Der FBK Saarland wählte nun die Förderschule Winterbachsroth sowie die Stadtbücherei als Partner und ermöglichte den betreffenden Schülern damit die Teilnahme an dem Projekt. Die auserwählten Jugendlichen dürfen tatsächlich mächtig stolz sein, denn unter der Leitung der Autorenpatin Helga Stalter und pädagogisch betreut von ihren Lehrerkräften Anja Heß, Caroline Laubenthal und Ingo Gramlich sowie mit organisatorischer Unterstützung von Katrin Armbrust  (FBK), ist ihnen eine überaus originelle Geschichte gelungen.

„Wo ist Herr Langauge?“ erzählt von den mutigen kleinen Hasenschweinen, die ihren verschwundenen Lehrer suchen und es dabei mit seltsamen Pilzen, Schleimbomben, einer unheimlichen Burg und einem dubiosen alten Türsteher zu tun kriegen. Hilfe bekommen die unerschrockenen Hasenschweine von ihrem Rektor Professionell, ihrer Vertretungslehrerin Frau Immerschön und der „Polihai“.

Gemeinsam gelingt es, Herrn Langauge aus den Fängen seines Entführers, des Schlauluxes, zu befreien. Und weil sich Herr Langauge und Frau Immerschön prompt ineinander verknallen, gibt es gleich ein doppeltes Happy End.

Offiziell war das Projekt auf sechs Monate angelegt, real seien den jungen Autorinnen und Autoren jedoch nur sechs Wochen von August bis zur ersten Redaktionssitzung Anfang Oktober geblieben, berichtete FBK-Saar-Vorsitzende Christa Franzreb. „Das war wirklich eine große Herausforderung“, zumal die jungen Leute hohe Ansprüche an sich selbst gestellt hätten: Ein Krimi sollte es sein, phantasievoll, und außerdem von Liebe handeln.

Franzreb lobte die Disziplin der Schülerinnen und Schüler und wie engagiert sie um Formulierungen gerungen hätten: „Ihr habt dem Zeitdruck standgehalten, Ihr wart kreativ – Ihr habt mich wirklich beeindruckt mit Euren Ideen!“ Auch Günter Hoff, Rektor der Förderschule, zollte den Jugendlichen Anerkennung: „Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Es ist witzig, spannend, es hat tolle Figuren und Handlungsstränge“. Das alles, meinte Hoff, sei „lebendige Kultur – absolut Klasse!“ Die Kooperation mit der Stadtbücherei bezeichnete Hoff als „gelebte Inklusion“; dazu hätten die Jugendlichen selbst einen großen Beitrag geleistet. „Ich würde mich freuen, wenn Ihr den Weg hierher nun öfter finden würdet.“

Nach diesen geballten Respektsbekundungen durften die stolzen Nachwuchs-Autoren dem erfreulich großen Publikum ihr Werk selbst vorstellen und lasen abwechselnd daraus vor, während hinter ihnen die Illustrationen an die Wand projiziert wurden. „Wenn es so etwas gäbe“, stoßseufzte Helga Stalter hinterher glücklich, „würde ich jetzt jedem von Euch einen Hasenschwein-Orden verleihen“.

„Wo ist Herr Langauge?“ ist für 10 Euro im Buchhandel erhältlich.

Mehr von Saarbrücker Zeitung