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Bleibt die Siedlung auf ihren Kosten sitzen?

Bleibt die Siedlung auf ihren Kosten sitzen?

Obdachlose Menschen sollten in ein von der städtischen Siedlungsgesellschaft saniertes Haus in Dudweiler einziehen. Doch die Siedlung wartet seit Monaten darauf, dass dies endlich geschieht und das Sozialamt für die entstehenden Kosten aufkommt. Ob die Angelegenheit von Amts wegen verschleppt wurde, ist derweil nicht zu ergründen.

Es tut sich nichts, aber auch gar nichts in der Fischbachstraße 5a. Ende vergangenen Jahres von der Saarbrücker Siedlungsgesellschaft (SGS) rundum saniert, ist hier noch immer niemand eingezogen. Kein obdachloser Mensch ist in Sicht. Es geht grundsätzlich um den noch immer nicht abgesegneten Vertrag zwischen dem Saarbrücker Sozialamt und der Siedlung.

Der Stadrat sollte hier die letzten Weichen stellen, doch auch in der Sitzung im März war dies nicht möglich. Der SGS entstehen so Einnahmeverluste in nicht unerheblicher Höhe, nach SZ-Informationen sollen bisher 45 000 Euro aufgelaufen sein. Hinzu kommen die Betriebskosten, wie etwa Heizkosten und Straßenreinigung. Auch die kann die Siedlung bisher beim Sozialamt nicht geltend machen, weil noch keine vom Amt unterstützten Mieter da sind. Mit dem hier geschilderten Sachverhalt hat die SZ die Stadt-Pressestelle konfrontiert, verknüpft mit der Frage, ob das Sozialamt den Mietvertrag von Anfang an verschleppt hat. Stadt-Pressesprecher Thomas Blug antwortet wie folgt: "Im Februar hatten wir uns mit der Siedlungsgesellschaft grundsätzlich über die Anmietung des Gebäudes Fischbachstraße 5 a in Dudweiler für Obdachlose verständigt. Die Einigung in der Frage der Miethöhe hatte sich dann doch etwas länger hingezogen, so dass sich der Stadtrat im März mit der Angelegenheit nicht befassen konnte. Nunmehr haben sich die Stadt und die Siedlungsgesellschaft auch in dieser Frage geeinigt und der Stadtrat wird in der Sitzung am 10. Mai über den Mietvertrag entscheiden." Die Stadt gehe davon aus, dass nach dem positiven Votum des Rates zeitnah die Wohnungen belegt werden können. Die Wohnungen seien für Obdachlose vorgesehen, die derzeit noch in Privatwohnungen untergebracht sind.

Thomas Blug: ,,Bei diesen Wohnungen sind die Mietverträge bereits gekündigt, sie konnten aber, da die Mieter von Obdachlosigkeit bedroht waren, aufgrund richterlicher Einweisungen vorübergehend weiterbelegt werden. Wenn die Fischbachstraße belegt wird, werden diese Wohnungen geräumt."