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Bilder aus Opas Fotoalbum

Unser Bild zeigt die anfänglichen Erschließungsarbeiten des Wohngebiets an der Liesbet-Dill-Straße in Dudweiler-Süd. Im Vordergrund ist die Hermann-Löns-Straße zu sehen. Fotos: Geschichtswerkstatt
Unser Bild zeigt die anfänglichen Erschließungsarbeiten des Wohngebiets an der Liesbet-Dill-Straße in Dudweiler-Süd. Im Vordergrund ist die Hermann-Löns-Straße zu sehen. Fotos: Geschichtswerkstatt
Dudweiler. Zum Dudweiler Weihnachtsmarkt am morgigen Samstag kann man ihn erstmals erwerben: den neuen Wandkalender der Geschichtswerkstatt. Und gleich auch das neue Buch der Hobbyhistoriker. Michèle Hartmann

Wer Dudweiler kennt und dort aufgewachsen ist, hat wieder viel Freude - von Januar bis Dezember. Denn der Jahreskalender 2017 der Geschichtswerkstatt ist gerade erschienen. ,,Sellemols un heit - Bilder aus Opas Fotoalbum" ist er überschrieben. Dabei haben die rührigen Mitglieder des Vereins wieder die alten Motive den neuen Ansichten gegenübergestellt.

Fangen wir doch mal ganz hinten an, beim letzten Monat des Jahres 2017. Da sieht man ein Foto der ehemaligen Festhalle mit weiteren Erläuterungen: 1937 erbaut, aber nie vollständig fertiggestellt, diente sie nach dem Krieg dem ASC, den Schulen, der Verwaltung und vielen Vereinen als Veranstaltungsort für Feierlichkeiten. 1972 ist sie für die neue Stadtmitte-Bebauung abgerissen worden. Ein bisschen packt einen schon der heilige Zorn, wenn man diese vor Augen hat: ein teils leerstehendes, teils heruntergekommendes Monument der kommunalpolitischen Großmannssucht, wie viele Bürger es empfinden. Mensch, denkt man, was hätte man Schönes aus diesem Areal machen können. Aber die Chance wurde vertan, nun muss der Stadtbezirk mit dem Gebäudekomplex leben. Im Kalender 2017 gibt es einiges zu entdecken. So beispielsweise die baulichen Veränderungen zu Beginn der 1960er Jahre rund um Fischbach-, Sud- und Rehbachstraße. Wegen ständigen Hochwassers, so erfährt man, musste das Gelände angehoben werden. So erreichte man auch eine Anbindung an die neue Sulzbachtalstraße. Und dann entdeckt man die beschaulichen Bruchwiesen von vor knapp 60 Jahren. 1971 wurde dort das staatliche Aufbaugymnasium errichtet, heute Landesinstitut für Pädagogik und Medien.

Ein anderes Bild wiederum zeigt die armseligen Kittenbaracken in der oberen Neuweiler Straße vis a vis zum Friedhof. 1930 wurden die ersten Unterkünfte wegen der damals herrschenden Wohnungsnot gebaut - für sozial schwache Familien. Und 1975 kam die Abrissbirne. Heute stehen hier viele schmucke Häuser. So geht es im Kalender immer weiter mit tollen Motiven, die man bisher nicht zu Gesicht bekommen hat. Davon mal abgesehen, gibt es nun auch wieder ein neues Buch mit interessanten Inhalten: Band 14 der "Historischen Beiträge aus der Arbeit der Dudweiler Geschichtswerkstatt". Auf 150 Seiten lernt man den Werdegang der Firma Leffer kennen, schwelgt in ,,150 Jahre Kloster", erinnert sich unter anderem ans berühmte ,,Smuggler's Inn", die Kirche St. Bonifatius oder den ersten Schulhaus-Neubau in Jägersfreude.

Am kommenden Samstag, 3. Dezember, kann man auf dem Dudweiler Weihnachtsmarkt, am Stand der Geschichtswerkstatt, sowohl das Buch als auch den Kalender erwerben, danach in der Buchhandlung "Am Markt", in der Gaststätte "Kopps Haus" sowie bei den Mitgliedern der Geschichtswerkstatt. Das Buch kostet 11,80 Euro, der Wandkalender mit Ringbindung 5 Euro.

Kontakt: Roland Stephan und Reinhard Jakobs, Tel. (06897) 777 91 60 oder (0 68 97) 76 73 53.

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geschichtswerkstatt.de

Die ehemalige Festhalle, die 1972 verschwand.
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Die Festhalle wich der Stadtmittebebauung – ein rosafarbener Klotz, der längst nicht jedem gefällt.
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Die Kittenbaracken, in denen sozial schwache Familien lebten. 1975 wurden sie abgerissen.
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