Bald nur zwei Geburtsstationen

Das Krankenhaus St. Josef in Dudweiler schließt Mitte 2015 seine Geburtsabteilung, das Knappschaftskrankenhaus Püttlingen bereits Ende dieses Jahres. Was bedeutet das für die verbleibenden Geburtskliniken im Regionalverband? Und was für die werdenden Eltern?

Rund 2500 Geburten gab es 2013 in den vier Geburtskliniken im Regionalverband. 274 in Püttlingen , 543 in Dudweiler , 794 auf dem Rastpfuhl und rund 900 Kinder kamen auf dem Winterberg auf die Welt. Ende des Jahres schließt die Geburtsstation in Püttlingen . Grund ist die geringe Geburtenzahl. Die müsse nach Klinikangaben laut Gesetz bei über 300 Geburten im Jahr liegen. Und die Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken (cts) schließt die Geburtsklinik in Dudweiler , weil sie nicht genug gynäkologische Fachkräfte findet, um die Mütter mit ihren Babys rund um die Uhr versorgen zu können. Das Klinikum Saarbrücken auf dem Winterberg und die cts-Klinik St. Theresia auf dem Rastpfuhl müssen sich deshalb jetzt auf mehr Geburten einstellen. "Und die werdenden Eltern auf weniger Wahlfreiheit", meint Andrea Dansoko, Vorsitzende des saarländischen Hebammenverbands. Das Klinikum Saarbrücken rechnet mit 200 bis 300 Geburten mehr pro Jahr, erklärt Dr. Clemens Bartz, Chefarzt der Frauenklinik. "Wir haben derzeit rund 900 Geburten, aber Kapazität für bis zu 1200 Geburten im Jahr." Mit den drei Kreißsälen und zwei weiteren Räumen, von denen einer schnell zum Kreißsaal umgebaut werden könne, fühlt sich die Klinik deshalb gut gerüstet.

Etwas mehr Arbeit gibt es in der Caritas-Klinik St. Theresia auf dem Rastpfuhl. "Es wird kurzfristig einen Umbau geben, der sowohl die Kapazitäten für die Kreißsäle, Wehenzimmer als auch Patientenzimmer deutlich ausweiten soll", erläutert Renate Iffland, Pressesprecherin der Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken (cts). Die cts hat außerdem angekündigt, mit den Beleghebammen aus Dudweiler auch auf dem Rastpfuhl zusammenzuarbeiten. Derzeit sei eine Projektgruppe von angestellten Hebammen und Beleghebammen dabei, die künftige Zusammenarbeit zu strukturieren. "Es ist unser Wunsch, die Geburtskultur der Beleghebammen in den Standort St. Theresia zu integrieren, daher sind wir sehr daran interessiert, einen gemeinsamen Weg zu finden", betont Iffland.

"Wenn der Rastpfuhl das geschickt umsetzt, kann das gelingen. Dann kann man Frauen, die nicht auf eine Beleghebamme verzichten wollen, die Angst nehmen", meint auch Andrea Dansoko. "Es gibt gute Beispiele im Saarland, wie das DRK-Krankenhaus in Saarlouis, wo Beleghebammen und angestellte Hebammen gut zusammenarbeiten", ergänzt die Hebamme. Auch im Winterberg-Klinikum sei man offen für Gespräche mit Beleghebammen, meint Chefarzt Dr. Clemens Bartz.

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HintergrundEine Beleghebamme ist eine freiberufliche Hebamme, die mit einer Geburtsklinik einen Belegvertrag abgeschlossen hat. Sie begleitet die Frauen während Schwangerschaft, Geburt und im Wochenbett. dög