Autor Litaer aus Dudweiler bekommt Buchpreis für Klingonisch-Übersetzung

Klingonisch : Saarländer bekommt Literaturpreis für Klingonisch-Buch

Für seine Übertragung des „Kleinen Prinzen“ in eine außerirdische Kunstsprache wurde Lieven L. Litaer aus Dudweiler jetzt in Berlin ausgezeichnet.

Meist kriegerisch, dafür aber mit Worten ziemlich sparsam: So hat man die sinistren Klingonen noch aus diversen „Star Trek“-Folgen in Erinnerung. Was genau die außerirdischen Kämpfer mit dem dunklen Teint und der arg zerfurchten Stirn aber da stets konsonantenreich zum Besten gaben, wenn sie in den unendlichen Weiten mal auf die Besatzung der „USS Enterprise“ stießen, blieb leider oft vage. Übersetzungsfeinheiten halt.

In Dudweiler aber gibt es einen Mann, der nicht bloß Klingonisch versteht, Lieven L. Litaer ist sogar nach eigenem Bekunden Lehrer dafür. Und vor ein paar Tagen wurde er in Berlin für seine Übersetzung des Weltbestsellers von Antoine de Saint-Exupéry „Der Kleine Prinz“ ins Klingonische ausgezeichnet. Passenderweise mit dem deutschen Phantastik-Preis – in der Kategorie „beste Übersetzung“. Leser konnten dabei aus einem Dutzend von einer Jury vorgegebenen Werken ihren Favoriten küren. Wobei „ta’puq mach“ („Der Kleine Prinz“ auf Klingonisch) weit vorn auf Platz eins landete. Wie viele Leser und Juroren tatsächlich die Güte dieser Übersetzung beurteilen konnten, sprich des Klingonischen wirklich mächtig sind, sei mal dahin gestellt. Litaer betreibt allerdings auch eine Klingonisch-Lerngruppe via Facebook, die voriges Jahr schon über 1000 Teilnehmer zählte, darunter „Star Trek“- Fans aus Schweden und Kanada.

Der 38-Jährige freut sich jedenfalls ungemein über den Preis. Da schwingt wohl auch ein wenig Genugtuung mit, vor allem, wenn er an seine Deutschlehrerin in der zehnten Klasse zurückdenkt. „Ich würde echt gerne ihren Blick sehen, wenn sie erfährt, dass ich nun einen Literaturpreis erhalten habe“, sagt Litaer. Seine Saint-Exupéry-Übertragung stößt übrigens auf große Resonanz. Der Verlag hat bereits die zweite Auflage des 2018 veröffentlichten Bandes gedruckt. Auch das Saint-Exupéry-Museum habe einige Exemplare geordert, berichtet Litaer. Unter den bislang über 300 Übersetzungen des „Kleinen Prinzen“ dürfte seine sicher die exotischste sein.

Den Architekten und Sprachbuch-Autor aus Dudweiler lässt die extraterrestrische Kunstsprache, mit der er auch schon einen Auftritt in der „Sendung mit der Maus“ hatte, übrigens nicht los. Für die Reihe der „Kauderwelsch“-Sprachführer hat er schon einen Klingonisch-Guide verfasst. Und bald folgt das Kinderbuch „Schlaf gut, kleiner Wolf“.

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