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Aufs Publikum sprang der Funke schnell über

Aufs Publikum sprang der Funke schnell über

„So was müssten wir hier öfter haben“, sagte eine Zuhörerin nach Ende des Konzerts in der Heilig-Geist-Kirche. Die ganz besondere Gospelmesse hinterließ bei den Gästen im Gotteshaus einen bleibenden Eindruck.

Freunde von Gospelliedern müssen sich mitunter in Geduld üben. So oft bietet sich ihnen nicht die Chance, diese Musikgattung live hören zu können. Am Samstagabend hatten sie Gelegenheit, in die Welt dieser speziellen Kirchenlieder einzutauchen. In der evangelischen Heilig-Geist-Kirche in der Solferinostraße wurde unter dem Namen "Come into his presence" ("Komm in Gottes Nähe") eine Gospelmesse von Helmut Jost aufgeführt. Er gilt derzeit als einer der profiliertesten Komponisten und Interpreten dieses Genres. Unter der Gesamtleitung von Bernd Bachmann trat der Chor "Gospel & more" aus Landsweiler-Reden auf, der sich mit weiteren Sängern aus Saarbrücken, Völklingen, Dudweiler und Wellesweiler zu einem Projektchor zusammengefunden hatte. Doch kein Gesang ohne Begleitung: So wurde der Gospelchor durch Christoph Hausschild am Klavier und den Posaunenchor Dudweiler (Leitung: Judith Gelz) verstärkt.

Mit dem Titel "Come into his presence" griff man gleich zu Beginn das Motto wieder auf. Bei Gospels will man vordergründig den Geist transportieren. Den sogenannten Spirit. "His spirit is here" ("Sein Geist ist hier, er kommt wie ein Feuer der Liebe zu uns") lautete beispielsweise ein Titel. Man konnte beobachten, dass sich dieser Spirit nach und nach, sowohl musikalisch als auch stimmungsmäßig, auf das Publikum übertrug. Etwa bei "Sunday morning" wurde schnell im Takt mitgewippt.

Die besondere Note erhielten manche Gospels jedoch vor allem durch die Soli dreier Frauen: Sarah Feller, Jutta Mark und Gaby Richter. Kleine Abstecher ins Musical-Genre unternahm der Posaunenchor, der beispielsweise Andrew Lloyd Webber's "Jesus Christ Superstar " beisteuerte.

Pfarrerin Marie-Luise Jaske-Steinkamp ging in ihren Lesungen derweil der Frage "Gottes Nähe - wo aber ist Gott?" nach oder widmete sich dem Thema Frieden. Richtig stimmig wurde die Gospelmesse, als Chor, Pianist und Orchester gemeinsam sangen und spielten. Etwa bei "Peace shall be with you". Da war am Applaus schnell erkennbar, dass dies große Sympathien genoss. Auch bei "Glory Halleluja" war dies nicht anders. Begeistertes Mitklatschen war angesagt. Stehende Ovationen am Ende waren dann nicht verwunderlich. Und so kam es auch, dass die Zugabe nahelag. "Ich konnte viel für die Frömmigkeit mitnehmen", zeigte sich Gerda Schuster am Ende sehr angetan von der Gospelmesse.

"Mir hat insbesondere Sarah Feller gefallen. Dieser kraftvolle, mitreißende Gesang war schon irgendwie nahe am Soul dran", lobte Christian Assmann. "So was müssten wir hier öfter haben", sagte Lisa Dort beim Hinausgehen.