100 Euro gespendet: Anknüpfen an die Spenden-Tradition

100 Euro gespendet : Anknüpfen an die Spenden-Tradition

Ortsinteressenverein spendet wieder an karitative Einrichtungen in Herrensohr. Eine Dorfwerkstatt ist in Planung.

„Wir können anfangen, die wichtigsten Leute sind da“, meinte Karin Lackas fröhlich nach einem prüfenden Blick in die Runde, „also die, wo Schecks kriegen. Das hatten wir auch schon anders.“ Doch diesmal „versemmelte“ niemand den Termin. Weshalb am sommerlich warmen Freitagabend wie geplant im „Schlösschen“ in der Talstraße 3 x 333 Euro den Besitzer wechseln konnten - die Ausbeute des Kaltnaggischer Weihnachtsmarktes 2017. Was Tradition beim Ortsinteressenverein (OIV) Herrensohr hat. „Seit über 30 Jahren geben wir den Überschuss an karitative Einrichtungen und Vereine weiter “, erinnerte die Vorsitzende. Dass es überhaupt etwas zu verteilen gab, ist letztlich auch ein Verdienst der evangelischen Gemeinde. Die hatte schon zum zweiten Mal ihre Kreuzkirche zur Verfügung gestellt. „Gott sei Dank ist der neue Weihnachtsmarkt ein Erfolg“, freute sich Karin Lackas.

Freuen konnten sich diesmal das Jugendrotkreuz, die städtische Kindertageseinrichtung Herrensohr und die Freiwillige Ganztagsgrundschule Herrensohr/Jägersfreude. Bei allen ist das Geld schon verplant. Wie Schulleiterin Elke Degen verriet, möchte man jetzt schnell „einen Ständer für die zehn krachneuen roten Roller“ anschaffen. In der Kita sorgt der Geldregen künftig für heiße Rhythmen: „Wir schaffen für jede der vier Gruppen eine Stereoanlage mit CD- und MP3-Player an“, informierte Melanie Krayer, kommissarische Leiterin.

Auch die Mädchen und Jungen beim DRK dürfen sich jetzt einen Wunsch erfüllen: „Sie wollen einen Pavillon kaufen für die Feste“, berichtete Eric Wollbold, dessen Frau Anke zusammen mit Jessyka Schädler, Heike Cyko und Mathias Schultheis für die aktuell 24 Jugendrotkreuzler zuständig sind. Mit dem Nachwuchs laufe es „einwandfrei“, bestätigt Wollbold. Aufgenommen werden die Kids ab sechs Jahren, normaler Weise bleiben sie dann kontinuierlich dabei, „da entwickelt sich mit den Jahren Herzblut“ für den Verein und die gute Sache.

Dem Gemeinwohl verpflichtet fühlt sich auch der OIV. Wobei das immer schwieriger wird. Derzeit bemühe man sich, den gesetzlichen Datenschutz-Auflagen gerecht zu werden. „Dafür haben wir einen Rechtsanwalt eingeschaltet.“ Allein sei das kaum zu packen, ärgert sich Karin Lackas, dass den Vereinen ständig Knüppel zwischen die Beine geworfen werden. „Man fühlt sich nicht ernst genommen.“

Aktiv ist der 250 Mitglieder starke OIV natürlich trotzdem. Beispielsweise mit regelmäßigen Reinigungsaktionen, dem Weihnachtsmarkt oder der zweimal jährlich erscheinenden Zeitung „Kaltnaggischer Nachrichten“ mit einer Auflage von 1500 Stück. Gern würde man wieder eine Art Sommerfest initiieren. Da sei man am überlegen. „Das Problem ist unsere Nähe zur Stadt. Große Feste ziehen mehr als kleine“, weiß Schriftführerin Dorothee Backes. „Und die Koaten explodieren.“

Schon weiter gediehen sind da die Planungen für eine „Dorfwerkstatt“, die man zusammen mit dem Regionalverband noch dieses Jahr ins Leben rufen möchte. Dabei geht es darum, „die Bürger einzubinden“. Über die Jahre wird man leicht „betriebsblind“, erklärte Karin Lackas, und plane im schlechtesten Falle an den Bedürfnissen der Herrensohrer vorbei. Um dem zuvor zu kommen, wolle man mit ihnen „ ins Gespräch kommen, was sie sich für den Ort wünschen“. Für Juni ist diesbezüglich der zweite Besprechungstermin mit dem Regionalverband angesetzt.

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