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865 Kinder in nur 25 Klassen

Dudweiler. Ganz tief in den Festvorbereitungen steckt seit einigen Wochen die Rektorin der Turmschule in Dudweiler, Lilo Groll. Zum 100-jährigen Bestehen der Turmschule im Zentrum des Stadtbezirks findet am Freitag, 5. Juni, eine große Festveranstaltung im Bürgerhaus statt Von SZ-Redakteurin Michèle Hartmann

Dudweiler. Ganz tief in den Festvorbereitungen steckt seit einigen Wochen die Rektorin der Turmschule in Dudweiler, Lilo Groll. Zum 100-jährigen Bestehen der Turmschule im Zentrum des Stadtbezirks findet am Freitag, 5. Juni, eine große Festveranstaltung im Bürgerhaus statt. Tags darauf haben auch die aktuell 297 Schüller und Schülerinnen sowie deren Angehörige was vom Jubiläum: Sie feiern Schulfest. Lilo Groll, Helmut Sauer, Vater einer ehemaligen Schülerin und selbst auch mal "Turmschüler", sowie die pensionierten Pädagogen Manfred Martin und Annemarie Steinmetz haben in mühsamer Kleinarbeit die Historie seit den Anfängen ab 1909 nachgezeichnet und dabei teils sehr bemerkenswerte Daten und Fakten zusammengetragen. Eine Schulchronik, die ihre umfangreichen "Ermittlungen" beinhalten wird, erscheint in Kürze. Man wird sie käuflich erwerben können. Nachfolgend ein paar Meilensteine auf dem Weg zu einer modernen Schule, die sich nach Ansicht der Rektorin heute vor allem durch eines auszeichnet: ein sehr rühriges und engagiertes Miteinander von Eltern, Kollegium und Förderverein. Streng getrenntDie Schule wurde vor 100 Jahren auf dem alten evangelischen Kirchplatz eingeweiht.In drei Stockwerken unterrichteten die Pädagogen 18 katholische und evangelische Knabenklassen - streng nach Konfessionen getrennt. Erst im Jahr 1970 wurde das Ende der Konfessionsschulen eingeläutet. Und mit ihm die Neuordnung der bis dahin nach Geschlechtern getrennten Volksschulen in Grundschulen, Hauptschulen, oder Grund- und Hauptschulen. Auch die Kriegsjahre hat das vierköpfige Turmschul-Recherche-Team, das eine Vielzahl schriftlicher Quellen heranzieht, nicht ausgespart. So erfährt man beispielsweise in der Chronik, dass 1944 der Unterricht wegen der schweren Luftangriffe der Alliierten nur unregelmäßig und gegen Ende des Schuljahres nur noch freiwillig stattfand. An Weihnachten erhielt das Schulhaus vier schwere Treffer. Nach ihrem Einmarsch besetzten amerikanische und französische Truppen das Gebäude und nutzten es als Kaserne. Was die Entwicklung der Schülerzahlen über die vergangenen Jahrzehnte angeht, so bringt auch in dieser Hinsicht die Schulchronik einige beachtliche Fakten ans Tageslicht. Der absolute Knüller war das Schuljahr 1972/73: Damals verteilten sich sage und schreibe 865 Kinder auf 25 Klassen. Das macht knapp 35 Schüler pro Klasse. Die Grundschule war damit die größte Einrichtung ihrer Art im Saarland. Danach jedoch nahm die Zahl der Schüler langsam, aber stetig ab. Übrigens: Die Schule am Alten Turm sucht hochbetagte ehemalige Schülerinnen und Schüler, die sich vielleicht noch an Begebenheiten, an Anekdoten rund um die Schule erinnern können, die in Vergessenheit geraten sind. Sie melden sich bitte im Schul-Sekretariat, Telefon (0 68 97) 797-244.