| 20:02 Uhr

Kinder lernen den Wald kennen
Umwelt-Erziehung im Unterholz

Kinder der Albert-Schweitzer-Schule beim Pflanzen im Wald. Vorne (v. l.): Sophie, Anna, Fiona und Mia.
Kinder der Albert-Schweitzer-Schule beim Pflanzen im Wald. Vorne (v. l.): Sophie, Anna, Fiona und Mia. FOTO: Iris Maria Maurer
Dudweiler. Ein ganz besonderes Projekt: Kinder der Albert-Schweitzer-Grundschule pflanzen 200 Eichen im Dudweiler Wald.

Ein wunderschönes Herbstlicht durchflutet an diesem Vormittag den Wald, die feuchten Blätter leuchten um die Wette. Und da hinten, ganz da hinten wuseln sie rum. Wie Kinder eben wuseln, wenn sie begeistert sind von dem, was sie tun. Treffpunkt Wald – mit 18 Jungen und Mädchen, Klasse 3.3 der Albert-Schweitzer-Schule inklusive ihrer Lehrerin Kathrin Parino. Und mit dem Staatssekretär Roland Krämer, Saar-Umweltministerium, Förster Nils Lesch sowie Forstwirtschaftsmeister Georg Linz.


Und dann erzählt Pädagogin Parino, wie sie und ihre Schützlinge quasi ins Unterholz zwischen Luchshütte und der Straße „Alter Stadtweg“ gerieten. Nach einer Schwerpunkt-Aktion der Landeshauptstadt Saarbrücken, die sich mit dem Thema Müll beschäftigte. Mit dabei waren hier die Jungen und Mädchen aus Dudweiler.

Und sie kamen in Berührung mit Gofex - dem Grundschullabor für offenes Experimentieren der Universität des Saarlandes.Es gab reichlich Aktivitäten rund ums Thema Müll, mithilfe von  Magneten fischte man beispielsweise das Altmetall heraus, der Unrat, der nach einem Frühstück anfällt wurde gewogen und dann tunlichst reduziert. Und es gab einen Säuberungstag rund ums Schulhaus am Geisenberg.  „Zwölf Kilogramm Müll haben wir gesammelt. Für die Kinder war das ein Aha-Erlebnis“, erzählt Lehrerin Parino.



Und eines schönen Tages rückten die Grundschüler im Dudweiler Forst dem hier nicht hin gehörenden Dreck zu Leibe. Dabei trafen sie auf Revierförster Nils Lesch. Er war so begeistert von diesem Einsatz, dass er die Kleinen ganz spontan zu einer ganz besonderen Veranstaltung einlud. Nämlich dort neue Bäume einzupflanzen, wo der Borkenkäfer sein Unwesen getrieben hatte. Wo dieses Tier sich anschickt, in die Rinde einzudringen und sein zerstörerisches Werk zu vollenden, schreiten die Forstmitarbeiter ein. Sie müssen vornehmlich die Fichten fällen, die  leider nicht mehr zu retten sind.

Um den herben Verlust aufzufangen, werden neue Bäume gepflanzt. Und diese ehrenvolle Aufgabe an einer Stelle übernahmen nun die Jungen und Mädchen der Albert-Schweitzer-Schule. 200  kleine Bäumchen der Traubeneiche knöpften sie sich vor, und mithilfe von Fortwirtschaftsmeister Georg Linz versanken ihre Wurzeln im Erdreich. Gerade so, wie es sein soll. Bis die zarten Pflänzchen in etwa einen Stammdurchmesser von 70 bis 80 Zentimeter erlangen, müssen sie rund 200 Jahre stehen bleiben. Staatssekretär Roland Krämer ging beim Ortstermin im herbstlichen Umfeld auch noch ein aufs Thema naturnahe Waldwirtschaft.  Das Fällen von Bäumen auf größerer Fläche, so Krämer, erfolge nur noch nach dem wüsten  Treiben des Borkenkäfers, es sei  dies eine Notsituation. Ansonsten hüte man sich seit vielen Jahren vor dem Kahlschlag. Was den gefürchteten Käfer angeht, so hoffen Revierförster Nils Lesch und seine Kollegen, dass es die kommenden Monate viel regnet und schneit. Denn lange Trockenheit, wie sie dieses Jahr herrschte, begünstigt den Befall der Bäume.  Zum guten Schluss erzählte Anna (9) mit sprudelnder Begeisterung all das, was sie über den Wald und seine Bewohner gelernt hat. Wie ihre Klassenkameraden weiß nun auch sie, welch wundersame Bedeutung der Forst für uns Menschen hat. Er ist unverzichtbar - in vielerlei Hinsicht.