| 22:49 Uhr

Ehrenamtliches Engagement im Stadtbezirk Dudweiler
Dudweiler kämpft für ein besseres Image

Die große Halle der ehemaligen Eisengießerei Schulde soll als „Kultgießerei“ groß rauskommen.
Die große Halle der ehemaligen Eisengießerei Schulde soll als „Kultgießerei“ groß rauskommen. FOTO: Iris Maria Maurer
Dudweiler. Der Verkehrsverein sowie der Gewerbe- und Ortsinteressenverein „Pro Dorf“ rücken enger zusammen und schmieden Pläne.

In Dudweiler tut sich was: Während der Ortsinteressenverein (OIV) Herrensohr zum Bürgerforum bat und der OIV Jägersfreude die 300-Jahr-Feier stemmt, arbeiten zwei Vereine im Hauptort Dudweiler noch enger zusammen: Der Verkehrsverein (VVD) und der Gewerbe- und Ortsinteressenverein „Pro Dorf“. Deren Mitglieder,  Vertreter des Bezirksrates, Bezirksbürgermeister Reiner Schwarz (SPD) und interessierte Bürger trafen sich zu einem Austausch. Das Ergebnis: „Wir wollen Dudweiler ein besseres Image geben“, sagt Dirk Nöther, Mitglied bei „Pro Dorf“.


Dazu gelte es erst einmal, nicht immer nur die negativen Seiten zu sehen. Man müsse die positiven Aspekte hervorheben, wie Ralf-Peter Fritz, Präsident des VVD, hinzufügt. Denn eines sei klar: „Dudweiler hat Potenzial.“ Stellvertretend dafür zählen die engagierten Dudweilerer inhabergeführte Fachgeschäfte auf, von denen es im Stadtbezirk noch so einige gebe. Und viele richtig gute gastronomische Betriebe.

Ein Anziehungspunkt sei der Wochenmarkt, der dienstags und freitags für Belebung der Ortsmitte sorge. Dabei werde nicht nur an den Ständen eingekauft, sondern der Markt diene auch einem viel wichtigeren und sozialen Zweck.  „Die Leute halten ein Schwätzchen“, erklärt Ute Freudenberger von „Pro Dorf“. Zudem habe Dudweiler eine hohe Dichte an Ärzten fast aller Fachrichtungen, ein Hallen- und ein Freibad und ein reges Vereinsleben. Von sportlichen Angeboten in vielfältiger Weise für Jugendliche bis Senioren – etwa mit der einzigen Parkinson-Selbsthilfegruppe des Saarlandes – reiche es.



Natürlich gebe es auch Handlungsbedarf, sagen die Ehrenamtler. So möchte man daran arbeiten, weitere kulturelle Angebote nach Dudweiler zu holen. „Das wäre wichtig“, erklärt Karin Schmücker, Schatzmeisterin im Verkehrsverein. Dass Veranstaltungen wie hochklassig besetzte Konzerte funktionieren, zeigen die Erfolge wie das Viva-Voce-Konzert Anfang Juni oder Auftritte der Lokalmatadorin und Pianistin Anny Hwang. In diesem Zusammenhang formierte sich vor kurzem ein neuer Kulturverein, der sich beim Festival „Fête de la musique“ am kommenden Sonntag, 24. Juni, in der Kulturgießerei Dudweiler in der Wilhelmstraße 20 präsentiert.

Weiteren, sehr großen Handlungsbedarf sehen die Akteure in der Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt Saarbrücken. „Man konzentriert sich ganz auf die Stadtmitte“, so die einhellige Meinung. So habe Saarbrücken bereits vor einigen Jahren versprochen, ein Sanierungskonzept vorzulegen – doch passiert sei nichts. Im entsprechenden Zustand präsentierten sich deswegen auch Teile der Fußgängerzone. Hinzu kommen immer wieder auftretende Probleme mit der Poller-Anlage, durch die Autos ferngehalten werden sollen. Doch da sie regelmäßig defekt ist, fahren immer wieder Fahrzeuge durch die Fußgängerzone.

Im gleichen Zusammenhang plädieren „Pro Dorf“ und Verkehrsverein Dudweiler für den Aufbau eines Leerstandsmanagements für Dudweiler. Oder für eine zentrale Anlaufstelle, die als erster Ansprechpartner für eventuelle Neuansiedlungen dienen solle. Denn die Akteure vor Ort könnten sich dafür kaum die Zeit freischaufeln, da man ja selbst berufstätig oder gar selbstständig sei. Und entsprechende Anfragen würden oftmals am Vormittag gestellt.

Die Lage ist also ernst, aber nicht hoffnungslos. So möchten sich die Akteure nun erst einmal daran machen, ihren Stadtbezirk in der Öffentlichkeit besser zu präsentieren. Dazu sind im ersten Schritt ein Banner und eine Broschüre angedacht. Die Banner sollen prominent platziert werden und die genannten Vorteile aufzählen. Die Broschüre soll die Neuauflage einer bereits existierenden werden und beispielsweise an Neubürger verteilt werden. Darin könnte sich ein Stadtplan mit Hinweisen auf touristische Höhepunkte wie den nahegelegenen Wildpark oder die Wanderstrecke um den Brennenden Berg oder den Netzbachweiher befinden. Denn gerade mit der Nähe zur Universität, zum Flughafen und zur Saarbrücker Innenstadt sei klar: „In Dudweiler wohnen kann auch cool sein.“

Der Stammtisch von „Pro Dorf“ ist in der Regel jeden ersten Dienstag im Monat um 19 Uhr. Der nächste ist am 10. Juli in der Eisengießerei Schulde. Interessierte können einfach dazustoßen.