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Was uns diese Woche bewegte
Dudweiler Bürger dürfen aufatmen

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Stadtverwaltung lässt Schandfleck beseitigen.“ Das war diese Woche die Schlagzeile in unserer Lokalausgabe, auf die Dudweiler gewartet hat. Denn nun verschwindet es, das Altreifen-Lager zwischen Sulzbachtal- und Sudstraße. Über viele Wochen war es ein Ärgernis par excellence, doch nun löst es sich gerade in Luft auf. Peter Bauer, der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion, ließ gleich mal eine Stellungnahme vom Stapel.  Demgemäß geht er davon aus, dass die Landeshauptstadt zu ihrem Recht kommen wird und dass der Verursacher die Kosten der Entsorgung zahlt. Na, so viel optimistischer Frohsinn ist kaum angebracht. Denn der junge Mann, der die abgefahrenen Gummireifen in Dudweiler tausendfach ablud, hat schon einen Grundstückseigentümer in Völklingen-Fürstenhausen geärgert (siehe Bericht unten). Der 72-Jährige ist gerade dabei, die letzten Reste von ehemals rund 10 000 Reifen entsorgen zu lassen - auf seine Kosten, versteht sich. Insofern kann man davon ausgehen, dass auch die Stadt womöglich auf ihren Entsorgungskosten sitzen bleibt. Alles andere käme einem Wunder gleich.

Wir sind mal gespannt, ob der junge Mann sein „Geschäftsmodell“ nun woanders betreibt. Denn es scheint ja kinderleicht zu sein, ein Gewerbe anzumelden mit dem Hinweis, abgenudelte Reifen von A nach B transportieren zu wollen. Dass der von Werkstätten eingesammelten Kram auf ein Grundstück verfrachtet wird, hat er laut Stadtverwaltung jedoch nicht erzählt.


Der Werdegang dieses Grundstücks ist schon beachtlich. Hier stand mal die Amora-Senffabrik. Später, als  Leerstand, war sie ähnlich beliebt wie das Altreifen-Lager. Bis die Immobilie vor wenigen Jahren dem Erdboden gleich gemacht wurde. Zuvor jedoch trug sich der ehemalige Eigentümer mit dem Gedanken, hier ein Freudenhaus zu etablieren. Doch dafür gab’s keine Genehmigung. Und nun, wie geht’s denn weiter? Vielleicht sollte das Stadtplanungsamt mal tätig werden und einen Bebauungsplan auf  die Beine stellen, der gewissen Ansprüchen genügt. Dass sich hier alles mögliche beziehungsweise unmögliche an Gewerbe ansiedeln kann, ist ja wohl ein schlechter Witz.

(mh)