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Urteil noch nicht gefallen: Drogenabhängiger gesteht tödliche Messerstiche

Urteil noch nicht gefallen : Drogenabhängiger gesteht tödliche Messerstiche

20 Mal soll ein Drogenabhängiger zugestochen haben, als er mit seinem Dealer in dessen Wohnung in Streit geriet. Jetzt muss er sich vor dem Landgericht Saarbrücken wegen Totschlags verantworten.

Ein 46-Jähriger hat am Dienstag vor dem Landgericht Saarbrücken die Tötung eines Bekannten gestanden, von dem er Drogen bezogen hatte. Zum Prozessauftakt ließ der Angeklagte eine Erklärung über seinen Verteidiger verlesen. Er bedauere die Geschehnisse sehr und könne sie sich selbst nur mit Drogenkonsum erklären, da er in der Vergangenheit „niemals zu Gewaltanwendung geneigt oder diese angewandt“ habe.

Die Anklage wirft dem Deutschen Totschlag vor. Er soll den russischen Staatsangehörigen Igor Z. (41) am 14. November 2017 mit insgesamt 20 Messerstichen ins Gesicht, in den Rücken und die Flanken erstochen haben. Der Angeklagte ist insbesondere wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz erheblich vorbestraft.

Der 46-Jährige könnte vermutlich vermindert schuldfähig gewesen sein. Das zogen sowohl der Oberstaatsanwalt als auch die Vertreterin der Nebenklage in Betracht. Frühere Bekannte des Angeklagten hatten vor Gericht geschildert, dass der Deutsche, der in Kasachstan geboren wurde, schwer drogenabhängig war. Zur Tatzeit will Sergej P. nach eigener Aussage Heroin und Kokain in der Wohnung des Opfers konsumiert haben.

Der Angeklagte ließ über seinen Verteidiger weiter mitteilen, er sei mit dem späteren Opfer in Streit geraten und habe Igor Z. auf den Hinterkopf geschlagen. Als der 41-Jährige ihn daraufhin mit einem Messer bedroht habe, habe er es ihm entrissen und selbst zugestochen. Wie oft, könne er aufgrund seines Drogenkonsums nicht mehr erinnern.

Der Prozess wird am Donnerstag (24. Mai) fortgesetzt. Dann soll auch der Bericht einer psychiatrischen Gutachterin gehört werden. Ein Urteil soll am 7. Juni fallen.

(dpa)