Drei Anbieter wollen E-Scooter in Saarbrücken verleihen

Elektro-Tretroller : So kommt Saarbrücken ins Rollen

Offenbar wollen gleich drei Firmen Elektro-Roller in der Landeshauptstadt verleihen.

Der Bundesrat wird heute wahrscheinlich der geplanten Verordnung des Bundesverkehrsministers über die Zulassung von E-Tretrollern zustimmen. Damit rechnet auch Saar-Ministerin Anke Rehlinger (SPD), die zugleich Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz der Länder ist. Rehlinger befürworte eine Gleichbehandlung von E-Scootern und Pedelec-Fahrrädern und damit eine Freigabe ab 14 Jahren, erklärte ihr Sprecher. Die Ministerin wolle, dass es schnell gehe.

Das will auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Spätestens ab Juni, so schätzen Experten, sollen dann die elektrisch betriebenen Tretroller, die eine Höchstgeschwindigkeit von 20 Kilometer pro Stunde erreichen dürfen, über Radwege und, sofern nicht vorhanden, auf der Straße rollen dürfen. Im benachbarten Frankreich, wo man die E-Scooter jetzt erst nachträglich nach der Einführung in die Straßenverkehrsordnung aufnahm, sind 25 Kilometer pro Stunde schnelle Kleinstfahrzeuge erlaubt.

Im Vorfeld haben bereits drei Sharing-Anbieter ihr Interesse bekundet, ihre Leihroller auch in Saarbrücken aufzustellen. Nach SZ-Informationen soll es sich um europäische Anbieter und Berliner Start-Ups handeln, die den amerikanischen Großanbietern Bird und Lime auch international nicht das Feld überlassen wollen. Die Stadt bestätigte, dass es Gespräche mit drei Anbietern gebe. Sie dürfe aus datenschutzrechtlichen Gründen aber keine Namen nennen. Grundsätzlich begrüßt die Landeshauptstadt die neuen E-Scooter. Sie machten es attraktiver, auf Bus und Bahn umzusteigen und könnten dazu beitragen, die Innenstadt vom Autoverkehr zu entlasten, so Stadtsprecher Thomas Blug. Auch ein ADFC-Sprecher sieht sie als Chance, befürchtet aber, dass es durch die neuen Mitbenutzer auf den schmalen Radwegen der Stadt eng werden könnte.

 Experten warnen vor einem voreiligen Kauf von E-Scootern, denn von den derzeitigen Modellen verfügten nur zwei über die nötige Zulassung. Eine nachträgliche Zulassung und Nachrüstung sei für die Hersteller schwierig und oft auch nicht lohnend, weshalb sie sich bei Inkrafttreten der Verordnung als teurer Elektroschrott erweisen könnten. Wer jetzt schon E-Scooter im Straßenverkehr benutzt, riskiert ein Bußgeld bis hin zu einer Strafanzeige wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis.

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