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FCS erwartet im Pokal Erstligist Jena
Dörr will in die Bundesliga – am liebsten mit dem FCS

Saarbrücken. Der Fußball-Zweitligist Saarbrücken erwartet heute um 14 Uhr im Achtelfinale des DFB-Pokals den Bundesligisten FF ESV Jena. Von David Benedyczuk

Ein Mal Pflicht, ein Mal Kür – so lautet das restliche Programm des Zweitligisten 1. FC Saarbrücken vor dem Beginn der Winterpause. Während im saarländischen Amateurfußball der Ball ruht, ist die Mannschaft von Trainer Taifour Diane noch gefordert und bestreitet – sofern die Witterung mitspielt – noch zwei Partien. Los geht es am heutigen Mittwoch  mit der Partie im DFB-Pokal. Die Saarbrückerinnen erwarten im Achtelfinale um 14 Uhr im Kieselhumes-Stadion den Bundesligisten FF ESV Jena. Mit dabei ist dann sicher wieder Emma Dörr. Sie ist die Abwehrchefin des Zweitliga.Tabellenzweiten aus Saarbrücken, der mit 19 Punkten fünf Zähler hinter Bayern München II rangiert.


Die 19-Jährige kann trotz ihres jungen Alters bereits auf jede Menge Erfahrung blicken. Sie kommt auf 52 Zweitliga-Einsätze. An ihr Debüt erinnert sich Dörr genau: Es war im Oktober 2014 zu Hause gegen den VfL Sindelfingen. Bei diesem Gegner, der Rang sieben belegt, bestreitet der 1. FC Saarbrücken am kommenden Sonntag um 14 Uhr sein letztes Spiel des Jahres.  Dörr wurde damals zehn Minuten nach der Pause eingewechselt. Die Partie endete 2:2.

„Es kam damals ziemlich überraschend, dass ich zum Spiel nominiert und dann sogar eingesetzt wurde“, erzählt Dörr: „Ich war anderthalb Wochen vorher erstmals bei einem Nachwuchslehrgang des Deutschen Fußball-Bundes. Auf dem Rückweg im Zug rief mich Winne Klein an (FCS-Frauenabteilungsleiter Winfried Klein, Anmerkung der Redaktion) und sagte mir, ich solle die medizinische Untersuchung machen und im Zweitliga-Training vorbeikommen. Das war natürlich eine schöne Sache“, blickt Dörr auf ihre tollen Tage im zarten Alter von 16 Jahren zurück. Weitere folgten im Juni 2015 auf Island, wo sie bei U17-Europameisterschaft zwei Spiele für Deutschland  bestreiten durfte.



Auch jetzt erlebt sie mit dem 1. FC Saarbrücken wieder tolle Tage. „Wir hatten eine sehr gute Vorbereitung und spielen eine starke Runde. Eigentlich sind es nur die Heimspiele gegen 1899 Hoffenheim II und den 1. FFC Frankfurt II (0:3 und 2:4, Anmerkung der Redaktion), mit denen wir unzufrieden sein müssen, weil wir da nicht alles abrufen konnten“, erklärt Dörr, die mit dem FCS auf Bundesliga-Kurs liegt. Weil die vielen Reserve-Mannschaften der Erstligisten nicht aufsteigen dürfen, kämpft Saarbrücken mit Bayer Leverkusen, das drei Punkte weniger hat, um den Aufstieg – wobei Dörr erklärt: „Bei uns wird das gar nicht thematisiert. Ich denke auch, die Rückrunde wird schwerer als die Hinrunde, weil sich alle Mannschaften besser gefunden haben. Wir wollen erst einmal unter die Top-Sechs und die Qualifikation für die eingleisige Zweite Liga schaffen.“

Über kurz oder lang peile sie den Schritt nach oben an, räumt Dörr ein: „Die Bundesliga wäre natürlich ein Traum. Und es ist irgendwo ein Ziel, auf das man hinarbeitet. Allerdings müssten wir uns dann in allen Bereichen deutlich verbessern, sowohl ich wie auch die Mannschaft“, sagt die Verteidigerin, die nach ihrem Abitur derzeit ein freiwilliges soziales Jahr in einer Behinderten-Werkstatt absolviert. Die 19-Jährige ergänzt: „Ich glaube schon, dass ich nochmal einen Leistungssprung gemacht habe. Schon 2014 habe ich für mein Alter viel gespielt. Nach anfänglicher Euphorie kam aber zwischendurch eine gewisse Unsicherheit. Auch vergangene Saison habe ich zwar fast immer gespielt, aber erst seit dieser Spielzeit fühle ich mich als gestandene Zweitliga-Spielerin.“