Diskussion über die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Saarbrücken

Diskussion über den Wirtschaftsstandort : Saarbrücken braucht Fachkräfte

Staatssekretär Jürgen Barke (SPD): Unternehmen müssen mehr Werbung machen.

„Es wird für Saarbrücker Unternehmen immer schwieriger, Fachkräfte zu finden“, sagt Heiner Klingen, Geschäftsführer der Industrie- und Handelskammer. Die Studierten wanderten ab, und es kämen zu wenige nach. Das müsse sich ändern.

Klingen machte sich mit Staatssekretär Jürgen Barke (SPD) und Bürgermeister Ralf Latz (SPD) Gedanken über die Zukunft des Wirtschaftsstandorts Saarbrücken. Anlass der Diskussion war das 40-jährige Bestehen des Saarbasars. Auch Center-Manager Fabian Stölzle und Stargast Rainer Calmund nahmen teil an der Gesprächsrunde im Saarbrücker Einkaufszentrum.

Die Diskutanten attestieren Saarbrücken als Wirtschaftsstandort durchaus Attraktivität. Allerdings müsse die Stadt mehr dafür sorgen, dass einerseits Fachkräfte kommen und andererseits Fachkräfte hierbleiben. Wie kann das gelingen?

„Die beste Methode, um Fachkräfte zu sichern, ist die eigene Ausbildung. Unternehmen müssen an die Uni gehen und Studenten in den ersten Semestern an sich binden“, sagt Staatssekretär Barke. „An der Uni müsste noch mehr passieren, gerade im naturwissenschaftlichen Bereich“, ergänzt Klingen.

Das allein reiche aber noch nicht. Auch Fachkräfte von außerhalb müssten her. Die Unternehmen sind angehalten, sich gut ausgebildeten Leuten aus der ganzen Bundesrepublik und aus dem Ausland als attraktive Arbeitgeber zu präsentieren. Staatssekretär Barke sagt, sie müssten mehr Werbung für sich und die Region machen. „So wie Rainer Calmund.“ Der gebürtige Rheinländer war vor einigen Jahren ins Saarland gezogen und schwärmt in seiner typischen Art auf dem Podium von der neuen Heimat.

Bürgermeister Latz versichert, dass die Stadt den Wirtschaftsstandort Saarbrücken weiter stärken wolle. Wichtig werde in Zukunft das neue Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit sein. Barke zufolge kommen 500 bis 1000 weitere Wissenschaftler nach Saarbrücken. Das zeichne sich jetzt schon ab. Im Umfeld der Universität soll ein Innovationspark mit Unternehmen aus der IT-Branche entstehen.

Klingen gibt zu bedenken, dass es beim Zuzug von Fachkräften nicht allein um Saarbrücken gehen darf. Die Stadt wachse nur, weil die kleineren Orte in der Umgebung schrumpfen. Firmen müssten auch in den ländlichen Raum gehen, daher sei es wichtig, auch dort für eine attraktive Infrastruktur zu sorgen.

Wie sich ein Wirtschaftsstandort wandeln kann, zeigt das Beispiel Saarbasar. Das Einkaufszentrum ist dort entstanden, wo die Firma Dingler & Karcher vor über 40 Jahren noch Stahl produzierte. Klingen nennt das „ein gelungenes Beispiel für Strukturwandel“.

Der Saarbasar ist in Saarbrücken seit 40 Jahren fest etabliert. Im Groß- und Einzelhandel sei die Stadt auch wegen des Eschberger Einkaufszentrums gut aufgstellt, sagt Bürgermeister Latz. Saarbrücken gilt als umsatzstärkste Einzelhandelsstandort der Region.

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