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Damit hat wohl niemand gerechnet: Dieses Haus ist nicht mehr zu retten

Damit hat wohl niemand gerechnet : Dieses Haus ist nicht mehr zu retten

Das katholische Vereinsheim in Friedrichsthal kann nicht mehr saniert, sondern muss abgerissen werden.

„Das Bestandsgebäude ist zurückzubauen“. So kühl und doch so folgenschwer klingt das Fazit einer Untersuchung am katholischen Vereinshaus, das diese Woche im Friedrichsthaler Rathaus verkündet wurde. Das heißt: Das Stadtbild prägende Gebäude muss abgerissen werden, wie Bürgermeister Rolf Schultheis und Pfarrer Thomas Thielen als Vertreter der Pfarrgemeinde St. Michael und Hausherr des Vereinshauses mitteilten.

Wie Siegfried Kraus vom Fachbereich Bauen anhand einer Präsentation erläuterte, seien grobe bauliche Mängel erst bei der gerade stattfindenden Entkernung erkannt worden. So sind im Erdgeschoss etliche Träger stark angerostet, überall bahnen sich Risse ihre Wege durchs Mauerwerk. Teilweise wurden nachträglich Zwischenwände einfach aufgemauert – ohne Fundament jedoch.

Ein Riss im Boden zieht sich durch den kompletten Innenraum im Vereinstrakt. Teilweise lastet das Gewicht von Trägern einfach auf Fensterkästen, und Balken wurden abgebrannt, damit „es passt“. „Ich bin dankbar, dass in all den Jahren nichts passiert ist“, fasste Pfarrer Thielen den offenkundigen Schrecken zusammen. Zwar hätten sich bereits etliche Bürger danach erkundigt, was mit dem Vereinsheim denn gerade geschieht, doch man wollte mit dieser Informationsveranstaltung abwarten, bis man Fakten nennen könne. „So viel Stillstand wie vermutet wurde, gab es gar nicht“, so der Geistliche. Denn am Gesamtziel habe sich nichts geändert – man wolle und benötige ein Heim für Vereine.

Das bekräftigte Bürgermeister Schultheis, der bereits zu Beginn betonte, dass das katholische Vereinshaus im Grunde das einzige Gebäude in der Stadt sei, in dem man größere kulturelle Veranstaltungen stemmen kann. Sowohl der Festsaal im Rathaus, als auch der Rechtsschutzsaal könnten nur eine gewisse Anzahl an Personen aufnehmen. Die Helenenhalle sei vor allem eine Sporthalle, wie er auf Nachfrage eines Bürgers erklärte. Diese müsste mit einem Schutzboden versehen werden, den die Stadt jedoch nicht vorrätig habe. Diesen zu organisieren, sei Sache der Vereine, er selbst würde dies jedoch unterstützen.

Die angedachte und bereits laufende Sanierung unterliegt jetzt also wegen der bedenklich schlechten Bausubstanz einem Baustopp. Der Abriss wird vermutlich Anfang Oktober beginnen. Als Folge der nun ersichtlichen Schäden wurde auf eine andere Lösung umgeschwenkt: Es soll ein neues Vereinsheim her. Hier stünden Stadt und Pfarrgemeinde im ständigen Austausch mit dem Bistum Trier und dem Land.

Wie groß denn eine neue Halle werde, wie der zeitliche Rahmen aussehe und ob es Verhältnisse gebe, die die Vereine in ihrer Existenz gefährden, waren einige der Fragen, die die Bürger stellten. Angedacht sei, die Größe der Veranstaltungshalle in etwa gleich zu halten, erklärte Pfarrer Thielen. Zugleich solle jedoch die Nutzung nicht aus den Augen verloren werden; sprich: Es werde weder Raum für eine Gastronomie noch für eine Kegelbahn geben. Vermutlich werde das zukünftige Haus etwa ein Drittel der Größe des jetzigen haben. Dies entspreche auch dem vom Bistum Trier vorgegebenen Flächen-Rahmen für die Pfarrgemeinden.