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Eine richtig gute Nachricht für Sulzbach
Dieser Schandfleck soll verschwinden

So sieht es heute aus, das Schwesternwohnheim in der Sulzbacher City. Jetzt gibt es Sanierungspläne für die Immobilie.
So sieht es heute aus, das Schwesternwohnheim in der Sulzbacher City. Jetzt gibt es Sanierungspläne für die Immobilie. FOTO: Thomas Seeber
Sulzbach. Die Stadt Sulzbach will im ehemaligen Schwesternwohnheim in der Lazarettstraße ein Haus der Generationen einrichten.

„Was ist aus all den Projekten geworden?“ So lautete die Überschrift zu einem SZ-Bericht vor genau einem Monat  in unserer Lokalausgabe. Dieser basierte auf einem ausführlichen Gespräch mit Bürgermeister Michael Adam. Damals ging es um drei Grundstücke beziehungsweise um Immobilien, für die man eine Lösung suchte. Unter anderem für das Blaufabrik-Gelände und das seit vielen Jahren leerstehende, verwahrloste Schwesternwohnheim in der Lazarettstraße. Adam meinte damals, dass die Stadt auf dem Weg sei, Eigentum an der Immobilie zu erwerben. Die Ziellinie sei sichtbar.  Und gestern kam die Nachricht, dass seit wenigen Tagen  das denkmalgeschützte Haus im Eigentum der Stadt sei. Leider sei  aus diesem einst so besonderen Haus in den letzten Jahren ein Schandfleck geworden. Doch jetzt wolle die Stadt ihn beseitigen. Schließlich steht das Gebäude an exponierter Stelle an der Kreuzung zur Bahnhofstraße. „Wir wollen hier ein ‚Haus der Generationen‘ einrichten mit dem Jugendzentrum sowie Platz für den Seniorenbeirat der Stadt und eventuell auch für das Projekt ,Familie gibt Aufwind’  oder den Verein ,Kleine Tiger’“, erklärt der Chef im Sulzbacher Rathaus. Um das zu finanzieren, sollen die zugesagten  Fördermittel in Höhe von rund einer Million Euro für das Jugendstilhaus 116-118 in der Sulzbachtalstraße in das neue Projekt umgeleitet werden. Weil es sich hierbei um eine dauerhafte öffentliche Nutzung handele, sei auch die Städtebau-Abteilung im Innenministerium, damit einverstanden.



„Leider hat sich trotz intensiver Bemühungen seitens der Stadt kein Investor für das städtische Haus in der Sulzbachtalstraße gefunden“, bedauert Adam und betont: „Bis Ende 2018 hätten die Mittel verbaut werden müssen, ansonsten wären sie verfallen.“ Der Verwaltungschef zeigt sich überzeugt, dass aus dem ehemaligen Schwesternwohnheim ein Aushängeschild für die Stadt werden kann, ähnlich wie die Mitte der 1980er Jahre sanierten Salzhäuser.

Das Haus, 1845 errichtet, sei ein Baudenkmal mit dem Status eines Einzeldenkmals, erklärte vor zwei Jahren das saarländische Bildungsministerium auf Anfrage  unserer Zeitung (SZ vom 17. September 2015). Der zweigeschossige Putzbau mit einseitigem Krüppelwalmdach sei „aufgrund seiner weitgehend authentisch erhaltenen Ausstattung als anschauliches Beispiel des Sozialgefüges eines in der frühen Industrialisierungsphase entstandenen Bergbaubetriebs 1990 in die saarländische Denkmalliste aufgenommen worden“.  Das Gebäude gehöre zu den wenigen noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstandenen bergbaunahen Architekturstrukturen der Region.

(mh)