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Die Zweitliga-Geschichte des ATSV Saarbrücken endet tränenreich

ATSV Saarbrücken : Die Zweitliga-Geschichte endet tränenreich

Das letzte Heimspiel des ATSV Saarbrücken in der 2. Tischtennis-Bundesliga ist sehr emotional verlaufen. Nach zwölf Jahren in der zweithöchsten Liga meldet der Club seine Mannschaft ab. Der Abschied ging vielen richtig unter die Haut.

„Wir wollen das letzte Spiel zu Hause genießen und uns möglichst gut verabschieden“, sagte Spielführerin Theresa Adams im Vorfeld. Der Zuschauerandrang zeigte, dass es ein besonderer Tag für den Tischtennis-Zweitligisten ATSV Saarbrücken war. „So viele hatten wir die letzten Jahre nicht. Es war eine ganz andere Stimmung in der Halle“, erklärt ATSV-Spielerin Ann-Sophie Daub. Knapp 120 Zuschauer waren am Samstag in die ATSV-Halle gekommen, um die Saarbrückerinnen beim letzten Heimspiel in der Zweitliga-Geschichte des Vereins zu begleiten. Nach der Saison wird die Mannschaft aus finanziellen Gründen vom Spielbetrieb zurückgezogen (wir berichteten).

„Es gibt nicht den einen besonderen Moment“, sagt Wolfgang Scholer. Stattdessen sei es das Erlebnis der vergangenen Jahre gewesen, das diese zwölf Jahre in der 2. Bundesliga zu einer besonderen Zeit gemacht hat. „Wir hatten immer super Glück mit den Spielerinnen. Von Slowenien über Russland, Japan, jetzt Holland und Belgien. Wir haben sehr viel erlebt. Und das kommt jetzt zum Ende“, erklärt Scholer. Als Dankeschön für die gemeinsame Zeit überreichte die Mannschaft ihrem Abteilungsleiter eine Reihe an Präsenten – darunter eine Foto-Collage aus der gemeinsamen Zeit.

Zusätzlich hatten die ATSV-Spielerinnen sich um persönliche Geschenke bemüht. Die Niederländerin Tanja Helle steuerte Schokolade aus ihrer Heimat bei. Von der Belgierin Nathalie Marchetti kam eine kleine Auswahl an belgischem Bier. Und natürlich durfte eine Flasche Maggi nicht fehlen. Scholer, selbst ehemaliger Bundesliga-Spieler des ATSV, begleitete die Mannschaft über die gesamten zwölf Zweitliga-Jahre als Organisator, Betreuer, Taktiker, Trainer und Unterstützer.

Theresa Adams ist wie Mannschaftskollegin Ann-Kathrin Herges seit dem Aufstieg im Jahr 2008 Teil der Mannschaft. Mit ihrem gemeinsamen Doppel begann der sportliche Teil des Tages, an dessen Ende die 1:6-Niederlage gegen den Tabellenzweiten und als Aufsteiger feststehenden TSV Schwabhausen steht. „Die Zeit war einfach super schön“, sagt Adams: „Es ist alles sehr schade. Die Mannschaft war in diesem Jahr echt eine super Truppe. Wir haben uns so gut verstanden und eine tolle Saison gespielt.“

Auch für Daub, die 2015 vom TTSV Fraulautern zum ATSV kam, war der letzte Tag in der Zweitliga-Geschichte des Vereins sehr emotional. „Nach dem Spiel haben wir noch Pizza bestellt und ein bisschen zusammengesessen. Für mich ist das wie eine Familie. Es ist ein bisschen unrealistisch, dass es vorbei ist“, sagt Daub: „Es gab Fraulautern in der 1. Liga. Dann waren die weg, dann in der 3. Liga. Dort waren sie auch weg. Dann gab es den ATSV in der 2. Liga. Jetzt ist der auch weg“, sagt die 22-Jährige: „Das ist schon sehr schade. Wir haben jetzt noch ein Auswärtsspiel. Aber wenn das dann vorbei ist, wird das ganz komisch.“ Sein letztes Spiel in der 2. Bundesliga bestreitet der ATSV Saarbrücken, der Drittletzter ist, am 5. Mai beim Vorletzten ESV Weil.

Zurück zum Motto des Tages: Den Zuschauern etwas bieten, das letzte Spiel genießen, sich gebührend verabschieden. Daub sagt: „Wir haben allesamt sehr gut gespielt. Ich glaube, dass uns der Abschied sehr gut gelungen ist.“