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Das war eine tolle Fete
Die Q.lisse platzte fast aus allen Nähten

Vor großem Publikum ging das musikalische Programm über die Bühne.
Vor großem Publikum ging das musikalische Programm über die Bühne. FOTO: BeckerBredel
Quierschied. Zum deutsch-syrischen Begegnungsfest mit Musik und Tanz kamen viele interessierte Leute ins Haus der Kultur in Quierschied.

Von Petra Pabst


Ausgelassene Stimmung herrschte beim dritten deutsch-syrischen Begegnungsfest am zurückliegenden Freitag. Aus einst Fremden sind zwischenzeitlich längst Freunde geworden und aus Geflüchteten Menschen, die angekommen sind. Die Freude darüber wird in der Gemeinde Quierschied jedes Jahr in einem gemeinsamen Fest zum Ausdruck gebracht.

Der unterhaltsame Abend, der vom Integrationsbeauftragten der Gemeinde, Mwoloud Daoud, zusammen mit den Gemeinde-Mitarbeiterinnen Waltraud Spaniol und Mirka Preiser organisiert wurde, fand erstmals im neuen Veranstaltungssaal Q.lisse statt. „Ich freue mich sehr, dass aus dem ,Haus der Kultur’ heute ein ,Haus der Kulturen’ wird, so der erste Beigeordnete Karl-Heinz Lander bei seiner Begrüßung. Durch den Abend moderierte Ruba Alhalabi auf Deutsch und Arabisch. Vor wenigen Jahren aus Syrien gekommen, lebt und arbeitet sie seither in Quierschied. Den Auftakt zum bunten Programm gab eine Gruppe von Kindern mit ihren Liedern in Deutsch. Sie trugen sichtlich vergnügt und mit viel Elan die Vogelhochzeit vor sowie ein eigens für sie geschriebenes „Lied für die Sonne“. „Die Sonne hat mit ihrem Licht den Tag geweckt – und dich – und mich“ heißt es darin. Geschrieben hat den Text Sieglinde Daniel und vertont wurde es von Freimut Mertes. Gemeinsam mit Astrid te Koppele betreut Daniel die Kindergruppe. „Das gemeinsame Singen verbessert die Sprache spürbar“, sagte te Koppele. Derzeit studiert sie mit den Kindern das Theaterstück „Die Diebe des Waldes“ ein, das am 14. April aufgeführt werden soll.



Mit einem mitreißenden Spektakel gab anschließend eine syrische Folklore-Hochzeitstanz-Gruppe den Besuchern Einblicke in die festlichen Gepflogenheiten ihrer Heimat. Mit Trommeln, Pauken und Schellen sowie Freudengesängen zeigten sie eindrucksvoll, wie bei einer Hochzeit traditionell der Bräutigam bei sich zu Hause eingekleidet, abgeholt und zum Haus der Braut begleitet wird. Eine wunderschön zurechtgemachte „Braut“ empfing schließlich ihren „Bräutigam“,  und dann wurde „Hochzeit“ gefeiert.

Das köstliche Büfett, das von einer Gruppe syrischer Frauen vorbereitet worden war und die Gäste mit verschiedenen orientalischen Leckereien verwöhnte, war im Handumdrehen geleert. Großes Vergnügen bereitete vor allem den Kindern der Zauberer „Magic Pete“  bei seinen verblüffenden Tricks mit Seilen oder Tüchern. Die Künstlergruppe „Schams“ und die Coverband „Come together“ aus St. Ingbert sorgten für die musikalische Unterhaltung.

„Wir haben aus dem Quierschieder Anzeiger von dem Fest erfahren und wollten mal sehen, wie hier so gefeiert wird“, meinten Erika Kunz und Heide Schumacher gut gelaunt. Auch Dominik Fries war zusammen mit Brunhilde Loth und Marlies Laub zum ersten Mal bei diesem Fest. „Wir waren neugierig und sind einfach mal gekommen. Es gefällt uns wunderbar, das Essen ist köstlich und die ungezwungene Stimmung steckt richtig an. Dieses Fest ist ein toller Anlass, Kontakte zu knüpfen und neue Leute kennen zu lernen“ meinten  sie und schon wenig später tanzte Dominik Fries gemeinsam mit syrischen und deutschen Gästen auf der Tanzfläche im traditionellen Reigen. Rohat Schado lebt mit ihrem Mann Abdollah Homada und ihren vier Kindern seit zwei Jahren in Quierschied. Beide machen zwischenzeitlich einen Integrationskurs. „Wir leben sehr gerne in Deutschland, und die Menschen in Quierschied sind besonders freundlich“, finden sie. Familie Keller aus Fischbach ist mit einer befreundeten syrischen Familie zu Gast. „Wir haben gemeinsam Weihnachten gefeiert oder auch das arabische Zuckerfest. Überhaupt feiern wir viel gemeinsam –  unsere wie auch deren Feste. Aus der anfänglichen „Betreuung“ ist eine richtige Freundschaft geworden“ erzählen sie. „Die Quierschieder sind sehr offen, tolerant und hilfsbereit“, sagte Karl-Heinz Lander. „Man erlebt hier selten Ablehnung oder Fremdenfeindlichkeit. Das finde ich großartig.“

(PP)