| 20:41 Uhr

Handball-Saarlandliga
Die Party-Truppe hat einen Grund zum Feiern

Eine Szene, die symbolisch für das gesamte Spiel steht: Die Illtaler können Saarbrückens Georg Nukradze (rechts) nicht stoppen.
Eine Szene, die symbolisch für das gesamte Spiel steht: Die Illtaler können Saarbrückens Georg Nukradze (rechts) nicht stoppen. FOTO: Horst Klos (Klosfoto) / Klos Horst
Saarbrücken. 45:22-Sieg: Der Handball-Saarlandligist HSG TVA/ATSV Saarbrücken deklassiert die MSG HF Illtal II. Von Patric Cordier

„Party-Truppe“ – so hatte Andreas Birk, Trainer des Handball-Sarlandligisten HSG TVA/ATSV Saarbrücken, seine Mannschaft nach der Leistung im Hinspiel gegen die MSG HF Illtal II (25:28) öffentlich angezählt. Am Samstag feierten die Saarbrücker im Rückspiel einen 45:22 (22:12)-Erfolg. Auch weil die Birks Worte bei der Mannschaft Spuren hinterlassen haben. „Keiner will als Party-Truppe abgestempelt werden. Das Hinspiel und auch das Wort waren vor dem Spiel natürlich noch einmal Thema in der Mannschaft. Es galt für jeden Einzelnen, persönlich etwas gutzumachen“, sagt Jan Peter Hoffmann, mit neun Treffern bester Werfer des Abends. Er ergänzt: „Wir wollten eine Antwort geben, und ich glaube, das ist uns ganz gut gelungen.“


Spannend war die Partie bestenfalls in den ersten fünf Minuten. Die Gäste konnten bis zum 2:2 mithalten. Fünf Minuten später war das Spiel eigentlich entschieden. Die Gastgeber hatten sich vor 80 Zuschauern in der Rastbachtalhalle auf 6:2 abgesetzt. Sie bauten ihren Vorsprung kontinuierlich weiter aus. „Unser Grundprinzip ist absolutes Tempo. Keine Gnade, immer direkt aus einer sicheren Abwehr schnell nach vorne“, erklärt Hoffmann die Taktik der HSG: „Wir trainieren dreimal die Woche, geben Gas  – und das trägt irgendwann Früchte.“ Auch in Form von schönen Toren. Beim Treffer zum 17:7 (21. Minute) spielte Hoffmann überlegt Kevin Singh am Kreis an. Das 22:12 erzielte Singh, nachdem ihn Eric Mammolito mit einem Pass hinter dem Rücken freigespielt hatte.

Die MSG HF Illtal II hatte den Widerstand zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon eingestellt. Bestes Beispiel war schon das 13:4 (17.). Torwart Manuel Cwick wollte nach einem Siebenmeter den Platz im Gehäuse wieder für Jona Mayer räumen. Jannik Reiter spielte den Anwurf aber so schlampig, dass Saarbrückens Lukas Klein den Pass abfangen und den Ball einfach ins leere Tor werfen konnte.

Zur Pause hieß es 22:12. Nach dem Seitenwechsel ging das „Trainingsspiel“ für die Saarbrücker weiter. Mancher Zuschauer hatte den Eindruck, nur die Schiedsrichter Markus Hoffmann (1. FC Saarbrücken) und Thomas Lentes (HSG DJK Nordsaar) hielten die Gäste mit ihren Siebenmeter-Entscheidungen einigermaßen in der Partie. Doch auch diese Geschenke nahm die Mannschaft von Trainer Pascal Seiler nicht immer an. Florian Stumpf setzte beim Stand von 41:18 einen Strafwurf an die Latte – einer von mehr als einem Dutzend Aluminiumtreffern der Gäste, die am Ende mit dem 45:22 gut bedient waren. „Mit etwas mehr Konzentration hätten wir die 50 komplett machen können“, ärgerte sich Daniel Konrad, Kapitän der „Party-Truppe“, nur kurz: „Wir haben unsere erbärmliche Leistung aus dem Hinspiel richtiggestellt und Illtal mit einer Packung heimgeschickt. Jetzt dürfen wir feiern.“

Aber nicht zu ausgiebig. Denn drei Spieltage vor Schluss ist der Kampf um Platz zwei hinter dem  HWE Homburg (38:8 Punkte) in vollem Gange. Der TV Niederwürzbach (32:14), die HG Saarlouis II (31:15), der HSV Merzig-Hilbringen (30:14) und Saarbrücken (30:16) liegen eng beieinander. Bereits am komenden Donnerstag um 20.15 Uhr muss die HSG TVA/ATSV Saarbrücken beim HC Schmelz antreten. „Die Schmelzer sind zwar nur Tabellenelfter, aber körperlich sehr robust und besser als ihre Platzierung“, sagt Trainer Birk: „Aber wir sind derzeit im Endspiel-Modus.“