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Beschwerden über Linie 109
Die neue Buslinie 109 kommt noch nicht gut an

Ein Bus der Linie 109 an der Haltestelle Waldhaus auf dem Weg in die Innenstadt.
Ein Bus der Linie 109 an der Haltestelle Waldhaus auf dem Weg in die Innenstadt. FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Saarbahn GmbH wollte Verbesserungen zwischen Uni und Goldener Bremm. Jetzt gibt es Kritik. Und Planer denken neu nach.

(ole) Besser und bequemer sollten Fahrgäste auf der Buslinie 109 ihre Ziele von der Goldenen Bremm bis zur Universität und natürlich in der Gegenrichtung erreichen. Vor allem von der Uni Richtung Innenstadt wollte die Saarbahn GmbH das Angebot verbessern. Das zumindest hatten die Verkehrsexperten des Unternehmens vor, als sie den Verlauf der Linie zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember neu gestalteten.



Doch das Ergebnis überzeugt nicht alle Kunden. Schon eine Fahrt in einem Bus auf dieser Linie genügt, um Kritik aufzuschnappen. Schüler und Studenten, die im oberen Alt-Saarbrücken wohnen, finden, dass sie nun deutlich schlechter dran seien als vorher, wenn sie zur Universität oder zum Rotenbühlgymnasium wollen. Denn die Busse fahren auf der 109 nicht mehr durch. Wer sie nutzt, muss umsteigen. Eine Frau klagt, ihre Tochter sei zur Uni nun nicht mehr 30, sondern 52 Minuten unterwegs. Sie nehme deswegen wohl bald wieder das Auto zur Uni. Der Alt-Saarbrücker Ralf Jung ist ein weiterer Kritiker: „Ich fuhr üblicherweise ohne Umsteigen vom Deutsch-Französischen Garten bis zur Uni. Das war eine richtig gute Verbindung. Zweimal bin ich nach der Änderung nur deshalb zügig durchgekommen, weil ich den Anschlussbus gerade noch erwischt habe. Verpasse ich den, bin ich Richtung Uni und zurück jeweils mindestens zehn Minuten länger unterwegs.“

Saarbahn-Sprecherin Ulrike Reimann erläuterte der SZ, was es mit den Neuheiten bei der Buslinie 109 auf sich hat. Die Linie ist demnach seit dem 10. Dezember in zwei Äste aufgeteilt: Die Fahrten von der Uni zur Innenstadt führen zum einen wie schon zuvor durch die Richard-Wagner-Straße. Neu ist hingegen die Route durch die Egon-Reinert-Straße zum Landwehrplatz und von dort aus „Am Stadtgraben“ entlang zum Rathaus St. Johann.

Dieser neue sogenannte Ast der Linie 109 sollte die Hochschule für Musik besser mit der Universität verbinden – Reimann zufolge auf ausdrücklichen und mehrfachen Wunsch dieser Hochschule.

Nun zur zweiten Änderung: Um die Kunden nicht mit mehreren Abfahrtshaltestellen für diese Linie in der Innenstadt zu irritieren, starten alle 109er-Busse Richtung Goldene Bremm nun am Rathaus St. Johann.

Dorthin führen auch aus Richtung Goldene Bremm alle Fahrten. Und hier ist der Haken, aus dem auch die Unternehmenssprecherin kein Hehl macht: „Ungünstig ist, dass die Fahrgäste, die aus Richtung Goldene Bremm kommen und zur Uni wollen, nun an der Haltestelle am Rathaus aussteigen müssen.“

Die Trennung hat aber, wie die Sprecherin betont, einen Vorteil. Ulrike Reimann beschreibt ihn so: „Sollte ein Bus von der Goldenen Bremm zur Innenstadt zu spät dran sein, dann zieht diese Verspätung sich nicht durch bis zur Uni.

Der Bus der Linie 109 vom Rathaus zur Uni wird ab Rathaus eingesetzt, das heißt, es ist nicht zwangsläufig der selbe Bus, der die Fahrgäste zur Innenstadt bringt.“ Außerdem gibt es ab dem Rathaus mehrere Möglichkeiten, mit Saarbahn-Bussen zur Uni kommen. Neben der 109 sind es von dort auch noch Fahrten zur Uni möglich auf den Linien 102 und 111.

Die Saarbahn-Verkehrsplaner greifen aber die Kritik auf, wie die Sprecherin versichert. Die Experten werden sich demnach aufgrund der Beschwerden – „bis zum heutigen Tag sind vier bei der Saarbahn direkt eingegangen“ – die Planung nochmals ansehen und prüfen, ob bessere Verbindungen in beiden Richtungen drin sind.

Doch das gehe nicht von heute auf morgen gehen, sagt Ulrike Reimann. „Sollten wir eine Änderung vornehmen, kann dies leider nicht kurzfristig erfolgen.“

Denn eine solche Änderung wirke sich insgesamt auf die Fahrten der eingesetzten Busse, die sogenannten „Umläufe“, und auf die Dienstpläne der Fahrer aus.