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Die Musikkneipe Terminus gibt es bald auch in Saarbrücken

Musikszene Saarbrücken : Das Terminus kommt nach Saarbrücken und bringt Kultur mit

Geoffroy Muller hat einen Ort gefunden, um die Saargemünder Musikkneipe neu zu erfinden. Konzerte, Literatur und mehr ab September.

Die halbe Saarbrücker Kulturszene pilgerte in den vergangenen Jahren regelmäßig nach Saargemünd.

Dort, in einer originellen Brasserie mit altmodisch-stylischen Tapeten und Kronleuchter, gibt es jedes Wochenende Konzerte. Das Terminus, eine ehemalige Eckkneipe in der Nähe des Saargemünder Bahnhofs, ist Kult.

Jetzt kommt der Kult nach Saarbrücken. Schon viele, viele Monate war es ein offenes Geheimnis: Geoffroy Muller, der kreative Kopf des Terminus und hierzulande schon lange durch diverse Kultur-Aktionen bekannt, wollte das Terminus nach Saarbrücken bringen.

Viele Orte waren im Gespräch und wurden verworfen: der Eurobahnhof (zu teuer), eine Kneipe am Rotenbühl (dann doch nicht zu haben), ein Gebäude in der Mainzer Straße (zu hohe Umbau-Kosten) und und und. Immer wieder scheiterte das Vorhaben. Obwohl, wie Geoffroy erzählt, das Kulturamt der Stadt Saarbrücken sich sehr engagierte.

Aber jetzt, jetzt hat es geklappt. „Le termin“, wie die Franzosen ihre Kultkneipe auch nennen, kommt in die Landeshauptstadt. Geoffroy Muller hat vorige Woche den Vertrag unterzeichnet. Das Terminus kommt ins ehemalige Borsalino am Gerberplatz.

Die Kneipe in Saargemünd wird bleiben. Mullers Partner dort behält sie bei, führt sie aber nur noch als Gaststätte und nutzt sie für Konzerte kaum noch. Die Kultur zieht nach Saarbrücken.

Und es ist so einiges an Kultur vorgesehen im neuen Terminus, sagt Geoffroy Muller im SZ-Gespräch. Jede Menge Konzerte, „aber nicht nur Rock und Blues“, daran herrsche kein Mangel. „Wir wollen Jazz, Weltmusik, Volksmusik und auch Klassik-Konzerte machen“, sagt er. Auch Neue Musik soll ins Saarbrücker Terminus. Und Literatur. Lesungen will Muller regelmäßig anbieten. Und Figurentheater. Die Puppenspielerin Elodie Brochier, in der Saarbrücker Kulturszene ebenfalls bestens bekannt und vernetzt, wird diese Kunstform betreuen. Auch die neue Jazz-Reihe der Stadt Saarbrücken, die JazzZeit, könnte im Terminus einen Spielort finden.

Aber wieso überhaupt kommt der Franzose Muller mit dem Terminus nach Saarbrücken? „Ich habe keine Lust mehr, in Saargemünd zu bleiben“, meint er. „Dort ist es nicht möglich, etwas anderes zu machen als Kneipen mit Fernseher und Fußball“. Das Publikum für die Konzerte kam fast vollständig aus dem Umland – und aus Saarbrücken. Also kommt er seinem Publikum quasi entgegen.

Im September, hofft Muller, kann er den neuen Kulturort einweihen. Bis dahin wird ein bisschen umgestaltet, damit dieser typische Terminus-Charme entsteht. Und er streckt auch schon die Fühler aus, nach Menschen, die öfter mal Musiker beherbergen, wenn die zu Gastspielen da sind. Denn ein kulturelles Konzept wie im Terminus ist auf Unterstützung angewiesen.

Vor zwei Jahren schon hat Muller, gemeinsam mit anderen Kulturmenschen, den Verein Kaleidoskop in Saarbrücken gegründet – mit dem Ziel, Fördergeld beantragen zu können für künstlerische Projekte. Dieser Verein ist nun quasi auch ein Gerüst, mit dem das Terminus arbeitet.

Dass es nach all den Jahren Sucherei nach einem guten Ort fürs Saarbrücker Terminus überhaupt endlich was wurde und Geoffroy Muller mit dem ehemaligen Borsalino den, wie er findet, idealen Ort gefunden hat, war übrigens ein typisch saarländischer Zufall. Er kannte jemanden, der jemand kennt. Der hatte was gehört, und dann kam man ins Gespräch. Ein guter Anfang also fürs neue Terminus ...