Musik: Die Mizzies singen Welt-Hits „uff Saarlännisch“

Musik : Die Mizzies singen Welt-Hits „uff Saarlännisch“

Die vierköpfige Band interpretiert die bekanntesten Songs aus den Genres Rock, Pop, Swing, Blues und Reggae neu und singt im Dialekt.

Singen „uff Saarlännisch“? Wer meint, das sei altbacken, unmodern oder gar spießig, irrt sich. Die „Mizzies“ zeigen, wie man weltbekannte Hits aus Rock, Pop, Swing, Blues und Reggae interpretiert und die Texte durch „kloore“ Neuschöpfungen in der saarländischen „Muddersproach“ ersetzt.

Für die gelungene Verwandlung ist Frontfrau und Sängerin Martina Groß zuständig. Sie ist Sprachwissenschaftlerin und in einem großen Unternehmen für die Kommunikation zuständig. Kein Wunder also, wenn es nur so aus ihr heraussprudelt, wenn es darum geht, aus „I shot the Sheriff“ das saarländische „Eisch hott de Sheriff“ oder aus dem Ohrwurm „Hey there Delilah“ eine Hymne auf den Ort ihrer Kindheit zu machen. 50 Songs hat sie mittlerweile in dieser Form „geschrieben“. Dabei fing alles ganz anders an.

Die „Mizzies“ waren erst eine ganz normale Cover-Band, entstanden aus einem Zufall. Martina Groß und ihr Partner und Gitarrist Andreas Heinen umrahmten musikalisch eine Hochzeit und wurden von den Gästen danach angesprochen: „Ihr spielt doch sicher in einer Band?“ Das muss das Stichwort für Martina gewesen sein, die kurz darauf im Findling inserierte und sich so ihre Musiker zusammensuchte. Nach zig Umbesetzungen fanden die Mizzies in ihrer heutigen Form zusammen: Neben Frontfrau Martina gehört auch Bassgitarrist Christian Waap zur Keimzelle, Schlagzeuger Tom Konz stieß vor rund vier Jahren dazu und sorgt am Cajon für den mitreißenden Rhythmus. Als wahrer Saitenzauberer an der Gitarre vervollständigt Andreas Heinen das Quartett seit 2011.

Tom hat seine Liebe zum Schlagzeug durch „Black Sabbath“ entdeckt, spielte in verschiedenen Bands, unter anderem in der Coverband „Saarport“. Bei den „Mizzies“ sprang er gelegentlich ein, und als der damalige Schlagzeuger Stefan Müller vor einem Jahr ausstieg, übernahm Tom seinen Platz am Drumset. Christian Waap spielte schon als Schüler Gitarre und war jahrelang Mitglied der französischen Rockband „Joker“. Es gefällt ihm bei den Mizzies, denn: „Wir bedienen kein Genre und sind ganz frei in unserer Auswahl.“ So hört man im Programm neben den Welthits aus Rock und Pop auch Titel wie „Weil ich ein Mädchen bin“. 

Auch Andreas Heinen wurde früh vom Musikvirus befallen. „Mein bester Freund hat damals Musik der Scorpions und ACDC auf der Gitarre gespielt. Das wollte ich auch können“, erzählt er. Er nahm Unterricht, spielte in Bands – und zum 18. Geburtstag wünschte er sich „eine vernünftige elektrische Gitarre“ – statt des Führerscheins. Wenn Andreas „Sultans of Swing“ von den Dire Straits spielt, könnte man bei geschlossenen Augen meinen, Mark Knopfler persönlich greife in die Saiten.

Alle „Mizzies“ sind ausgebildete Musiker. Der Kracher sind Martinas Auftritte: Sie ist eine Rampensau, die augenverdrehend „Isch hann immer e Brautkleid dabei“ zur Melodie von „Always look on the bright side of life“ trällert und zu „Hot Legs“ die ungewöhnlichsten Orte verrät, an denen sie heißen Sex hatte. Das eher dröge „Dreadlock Holiday“ wird bei ihr zum temperamentvollen „Kratz mich am Rücken…do…eijoh…“, aber es geht auch nachdenklich: „Do steht e Haus in Burbach…“ („House of the Rising Sun“) prangert mit leisen Tönen die Prostitution in Saarbrücken an. Die beiden letztgenannten Titel laufen als Single-Auskoppelungen auf SR3 – und selbstverständlich sind die Mizzies auch aufgetreten, als SR-Redakteurin Susanne Wachs, Verfechterin der „Muddersproach“, kürzlich den Mundart-Preis verliehen bekam.

„Kloor und clever“ wollen die Mizzies sein und die Zuhörer mitnehmen auf eine Gute-Laune-Reise. „Mundart ist ein Stück Heimat“, erklärt Martina, „und ich bin stolz, eine Saarländerin zu sein.“

Die Mizzies spielen am 27. Juli im Lokschuppen in Dillingen und am 19. Oktober im Bistro Malzeit in Saarbrücken. Weitere Infos: www. mizzies.com.