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die LAG Hospiz Saarland reagiert auf eine SZ-Kolumne von Dr. Konrad Schwarzkopf

Der Tod sei nicht „klinisch, kühl und kontrolliert“ : LAG Hospiz widerspricht Vize des Klinikums Saarbrücken

Die Landesarbeitsgemeinschaft Hospiz Saarland reagiert auf eine SZ-Kolumne von Dr. Konrad Schwarzkopf, stellvertretender Ärztlicher Direktor des Klinikums Saarbrücken und Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin.

Konrad schrieb in seiner Kolumne vom 28. April: „Der Tod ist aus der Mitte des Lebens an den Rand unserer Wahrnehmung verdrängt worden: ins Pflegeheim, ins Krankenhaus, auf die Intensivstation. Tod heute: Klinisch. Kühl. Kontrolliert. Technisch.“ Das sei falsch, sagt der LAG-Vorsitzende Paul Herrlein. In den vergangenen 50 Jahren sei sehr viel passiert: „Die Hospizbewegung und mit ihr viele Bürger, Palliativmediziner, Palliative-Care-Pflegefachkräfte, die ambulanten und stationären Hospize, die SAPV-Teams und auch die Palliativstationen und -dienste stehen dafür, dass gerade dies nicht passiert, und dass würdevolles Sterben und Leidenslinderung zuhause, in Pflegeheimen und in Krankenhäusern möglich sind.“

Ein weiterer Punkt, dem Herrlein widerspricht: Konrad schrieb, dass es ihn „nachdenklich mache“, dass Intensivmedizin „Sterben und Leiden sinnlos verlängern“ könne, und appellierte an Patienten, Vorsorge zu treffen. Die sei zwar „ungemein wichtig“, sagt Herrlein. Aber es werde immer Situationen geben, bei denen die behandelnden Ärzte ohne feststellbaren Patientenwillen entscheiden müssten und könnten. Intensivmediziner dürften das Sterben und Leiden eines Patienten nicht „sinnlos“ verlängern, „wenn der Patientenwille nicht feststellbar ist, da auch für lebensverlängernde Maßnahmen immer eine medizinische Indikation Voraussetzung ist“. Herrlein fordert für Ärzte mehr Weiterbildungen in der Palliativmedizin.