| 22:11 Uhr

Stadttauben-Verein
Die Heldin der Tauben

Helga Ehretsmann.
Helga Ehretsmann. FOTO: Alexander Manderscheid
Saarbrücken/Stuttgart. Die Organisation PETA ehrt Helga Ehretsmann mit einer Urkunde.

Ein Leben für die Tiere: Helga Ehretsmann engagiert sich schon seit vielen Jahren für Stadttauben. Die Vorsitzende des Vereins Stadttauben Saarbrücken ist seit zwölf Jahren dabei.


Der Verein nimmt kranke, verletzte, verwaiste und behinderte Stadttauben auf, versorgt diese medizinisch und vermittelt sie auf Pflegestellen. Erst vor kurzem retteten Helga Ehretsmann und ihre ehrenamtlichen Helfer 80 eingemauerte Tiere.

Der Verein betreut insgesamt etwa 700 bis 800 Vögel in zwei Taubenhäusern in der Innenstadt. Dort wurden bisher mehr als 18 000 Eier ausgetauscht, um die Stadttauben-Population zu regulieren. Aufgrund ihres vorbildlichen Engagements für die Stadttauben zeichnet die Tierrechtsorganisation PETA nun Helga Ehretsmannmit einer „Helden-für-Tiere“-Urkunde aus.



„Wir freuen uns sehr über das starke Engagement von Helga Ehretsmann für die Stadttauben“, sagt Judith Pein im Namen von PETA. „Ohne ihren Einsatz würden viele Tiere qualvoll sterben. Neben der direkten Hilfe für die Vögel seien Ehretsmanns weitere Arbeit für ein friedvolles Zusammenleben von Mensch und Tier, zur Aufklärung im Rahmen der „Stadttauben-Problematik“ sowie die vorbildliche Populationsregulierung der Stadttauben auszeichnungswürdig“.

Stadttauben sind den Tierschützern von PETA zufolge häufig die Nachfahren von Zuchttauben oder Brieftauben. Etwa 40 Gramm Futter am Tag benötigt eine ausgewachsene Taube zum Überleben. „In den Innenstädten finden die Körnerfresser nicht einmal einen Bruchteil der benötigten Menge, also essen sie hungrig alles, was als Abfall auf den Straßen landet“, schreibt die Organisation. Dabei könnten sie sich mit den Füßen in Schnüren, Fäden oder Plastikteilen verfangen und sich darin verheddern, bis ihre Zehen abgestorben sind. Tauben würden außerdem häufig Opfer von Giftköder-Anschlägen oder verletzten sich an Abschreckungsvorrichtungen wie Spikes, Dornen, Klebepasten, Scherben, Stromdrähten, Netzen oder Spanndrähten. Unter diesen Bedingungen überleben die Tiere selten länger als zwei Jahre, obwohl sie eine natürliche Lebenserwartung von zwölf bis 15 Jahren haben, schreibt PETA. Tauben seien fürsorgliche Eltern und ihren Partnern sehr treu – der Verlust des Gefährten oder ihrer Jungen bedeute für die Vögel großes Leid.