Die Halde Lydia ist erst in drei Jahren wieder komplett zugänglich

Bergbau-Relikt : Halde Lydia bleibt Dauerbaustelle

Der Berg aus der Gruben-Ära ist erst in drei Jahren wieder komplett zugänglich.

Milde Luft, strahlender Sonnenschein  – das Wetter Wetterlage lädt jetzt geradezu ein, rauszugehen und sich zu bewegen. Ein gern genutztes Ziel für Jogger, Wanderer, Radfahrer oder einfach nur Spaziergänger war seit vielen Jahren die Halde Lydia. Sie steht zwischen den Quierschieder Gemeindeteilen Fischbach und Camphausen sowie dem Saarbrücker Stadtteil Dudweiler. Vor etlichen Jahren wurde viel Geld in einen Haldenrundwanderweg investiert, das Naherholungsgebiet Stück um Stück aufgewertet. Durch die Aufforstung der Halde hatten sich bereits junge Waldstücke gebildet, Tiere und Pflanzen den Lebensraum für sich genutzt.

Doch seit gut zwei Jahren bietet sich ein anderes Bild. Die Bäume wurden gerodet, aktuell ist der Zugang zum Wanderweg über die Camp­hauser Seite gesperrt. „Die Halde Lydia soll aus der Bergaufsicht entlassen werden. Um das zu ermöglichen, darf von der Halde aber keine Gefahr mehr ausgehen. Dazu sind einige Arbeiten notwendig“, erklärt Traudel König, Pressesprecherin der RAG Montan Immobilien. Und sie fügt hinzu: „Die Flanken der Halde sind zu steil und müssen abgeflacht werden. Diese Modellierung des Geländes ist allerdings unmöglich, solange Bäume darauf stehen. Darum haben wir vor zwei Jahren mit der Rodung begonnen.“

Das abgetragene Material wird auf die Sanierungsfläche Geisheck nach Heinitz zur Rekultivierung der dort sanierten Fläche verbracht. Für den Eingriff in die Natur hat das Unternehmen bereits sogenannte „ökologische Ausgleichsmaßnahmen“ getroffen. Für die gefällten Bäume wurden andernorts neue gepflanzt, etwa bei der Renaturierung des Fischbachs. Oder das Unternehmen hat andere naturfördernde Maßnahmen eingeleitet, wie bei einem Beweidungsprojekt in Fürstenhausen.

Zurück zur Lydia, wo die Arbeiten im Rahmen der Gesamtsanierung noch einige Zeit weitergehen. Der Haldenrundweg ist derzeit nur vom ADAC-Übungsplatz und vom Netzbachweiher aus erreichbar. Im Laufe des Jahres wird die Baustelle auf weitere Teile der Halde ausgedehnt. „Ab Frühsommer muss die Halde dann aus Sicherheitsgründen komplett gesperrt werden“, sagt Stefan von dem Broch, der zuständige Projektingenieur der RAG Montan Immobilien: „Wir gehen davon aus, dass die Halde in drei Jahren wieder komplett zugänglich ist.“

Nach dem Ende der Sicherungsarbeiten werden auf der Lydia keine neuen Bäume gepflanzt. Die Natur soll sich das Areal selbst zurückerobern. Dies hängt auch mit einem Richtungswechsel im Umgang mit Halden zusammen.

Wollte man früher die Halden und damit die Hinterlassenschafften des Bergbaus gern unter Grün verstecken, so gelten sie heute als Landmarken und Teil der Erinnerung an die saarländische Industriegeschichte.