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Neuigkeiten aus dem Rathaus St. Johann
Die Einbahnstraße ist vom Tisch

Hier sieht man die Eisenbahnbrücke über die Fischbachstraße in Dudweiler.
Hier sieht man die Eisenbahnbrücke über die Fischbachstraße in Dudweiler. FOTO: BeckerBredel
Dudweiler. Neue Pläne und eine neue Zeitachse für die zu sanierende Eisenbahnbrücke in der Fischbachstraße in Dudweiler.

Es war im Mai vergangenen Jahres, als die Deutsche Bahn über ein ganz besonderes Projekt in Dudweiler informierte. Im Rahmen einer Versammlung - vor allem für die Anwohner, die es in erster Linie schon wegen des Baulärms betrifft - ging es um einige wichtige Details hinsichtlich der Eisenbahn-Überführung in der Fischbachstraße sowie auch um die angrenzenden Stützbauwerke. Damals hieß es, alles zusammen werde zwischen Februar 2020 und April 2022  erneuert.


Im Jahr 1924 wurde das 5,33 Meter hohe Bauwerk errichtet, nach seiner kriegsbedingten Zerstörung 1949 wieder aufgebaut. Der Zahn der Zeit hat deutliche Spuren hinterlassen an den Stahlwannen, die die zweigleisige Hauptstrecke Bingen-Saarbrücken tragen, zum anderen ein mittlerweile abgebautes Industriegleis. „Trotz kosmetischer Instandhaltungsmaßnahmen ist das Bauwerk in einem schlechten Zustand“, sagte damals ein Vertreter des betreuenden Ingenieurbüros. Seinen Ausführungen nach würden die bisherigen Brückenteile und die Stützmauern abgerissen und durch eine Übergangskonstruktion ersetzt werden. Und neben der Strecke würde der Neubau entstehen, der am Ende eingeschoben werde. Die neue Brücke werde niedriger sein als die alte. Und die Gehwege sollten breiter sein.

Und dann kamen an besagtem Info-Abend die Ausführungen, die die Dudweiler Bürger sehr verärgerten, denn: Nach Abschluss aller Bauarbeiten sollte die Fischbachstraße - die Verbindung von der Sulzbachtalstraße zu den Autobahnen - nur noch einspurig und per Ampelregelung befahrbar sein. Hierfür hatten die Anwohner nicht das geringste Verständnis. Das Thema wurde dementsprechend im Stadtbezirk in den folgenden Wochen und Monaten heiß diskutiert.



Auf SZ-Anfrage kam nun aber die Entwarnung auf ganzer Linie. Denn im Gespräch mit Stadt-Pressesprecher Thomas Blug und Christof Kreis, Abteilungsleiter Verkehrsplanung im Stadtplanungsamt hat sich an den ursprünglichen Plänen doch einiges entscheidend geändert. Anders ausgedrückt: Es kommt alles anders als gedacht. Denn: Die Planung selbst soll erst 2023 beginnen und fünf Jahre später ist der eigentliche Baubeginn terminiert. Die Deutsche Bahn habe zwar bei einer Bauwerksprüfung Mängel festgestellt, die aber kein sofortiges Handeln erforderlich machten. Das Bauwerk halte also noch länger, als ursprünglich gedacht.

In der Verwaltung, so Blug und Kreis, sei das Thema Bahnunterführung ausführlich besprochen worden. Wobei der Ist-Zustand als nicht zukunftsträchtig erachtet worden sei. Deshalb habe man eine Aufweitung als nachhaltige Lösung angestrebt. Und zwar mit zwei Meter breiten Gehwegen.  Die Gesamtbreite unter den Gleisen bemisst sich aktuell auf 7,60 Meter, angestrebt ist eine Ausdehnung auf 12,50 Meter in der Breite.

Nun weiß aber heute noch neimand, wie die Preisentwicklung sich 2028 gestaltet. Insofern sind  Blug und Kreis auch sehr vorsichtig, wenn es um die Kosten geht, die auf die Stadt zukommen. Aus heutiger Sicht, so geben die zwei Rathaus-Mitarbeiter zu bedenken, würde sich der städtische Anteil auf 1,3 Millionen Euro belaufen.  Mit 8,6 Millionen  Euro insgesamt  soll  das Bauwerk zu Buche schlagen. Aber, wie gesagt: Solche Angaben seien mit reichlich Vorsicht zu genießen.

Thomas Blug, Sprecher der Stadtverwaltung (links), und Christof Kreis, Leiter der Abteilung Verkehrs- und Straßenplanung bei der Stadt Saarbrücken, erläutern die Pläne hinsichtlich der neuen Brücke.
Thomas Blug, Sprecher der Stadtverwaltung (links), und Christof Kreis, Leiter der Abteilung Verkehrs- und Straßenplanung bei der Stadt Saarbrücken, erläutern die Pläne hinsichtlich der neuen Brücke. FOTO: BeckerBredel
(mh)