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Kunstvermittlung im Saarlandmuseum
Die Drei von der Modernen Galerie

Stephanie Noll, Marc Schmitt und Annette Calleja (v. l.), die Kunstvermittler der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz, posieren hier mit den so genannten Audioguides der Modernen Galerie  – das sind die tragbaren Empfangsgeräte, für die Besucher, die sich allein auf den Weg durchs Museum wagen.
Stephanie Noll, Marc Schmitt und Annette Calleja (v. l.), die Kunstvermittler der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz, posieren hier mit den so genannten Audioguides der Modernen Galerie – das sind die tragbaren Empfangsgeräte, für die Besucher, die sich allein auf den Weg durchs Museum wagen. FOTO: Oliver Dietze
Kunstvermittler erklären Besuchern die Kunstwerke. Sie haben Texte auch für elektronische Audioführer erarbeitet. Von Nicole Baronsky-Ottmann

Im Foyer der Modernen Galerie herrscht derzeit reges Treiben. Nicht nur, dass Kunstinteressierte sich endlich den spektakulären Vierten Pavillon anschauen wollen, es warten auch viele Schulklassen und Gruppen im Eingangsbereich, die sich angemeldet und eine Führung gebucht haben.


„Und für das Führungskonzept sind wir zuständig“, erklärt Annette Calleja. Zusammen mit Stephanie Noll und dem Volontär Marc Schmitt bildet sie das kleine, aber sehr engagierte Team der Kunstvermittlung. So organisieren sie neben den Führungen das komplette Begleitprogramm der Ausstellungen, die Workshops, die Ateliers, und schreiben sogar teilweise die Saaltexte.

„Daher ist nicht erst seit der Eröffnung viel los bei uns, sondern schon vorher“, sagt Annette Calleja und lacht. So habe man früher nur eine Führung in der Modernen Galerie angeboten. „Jetzt sind es zwei verschiedene. Eine zu den Meisterwerken der Moderne und eine zu den Meisterwerken der Gegenwart“, berichtet sie. Insgesamt sind es neun Schwerpunktführungen zu neun verschiedenen Themen, die von ihnen ausgearbeitet wurden. Und dazu kommen noch passend die Workshop-Themen“, ergänzt sie.



Um die Führungen neu aufzubauen, sind die Mitarbeiter der Kunstvermittlung vor der Eröffnung durch den leeren Bau gegangen und haben die Zeit gestoppt. „Es war ja ganz wichtig, zu wissen, wie lange man allein schon für den Fußweg durch das Museum braucht“, erklärt Stephanie Noll, die wie Annette Calleja Kunsthistorikerin ist.

Die Mitarbeiter der Kunstvermittlung arbeiten übergreifend, sind in alle Prozesse des Museums eingebunden. Und sie sind es auch, die den meisten Publikumskontakt haben. „Wir wissen daher, wo der Schuh drücken könnte“, sagt Stephanie Noll lächelnd.

Auch die neuen Ansagen der Audioguides fielen in ihren Bereich. „Audioguides, also die Geräte, die der Besucher selbständig für die Erläuterung der Kunstwerke nutzen kann, sind in Museen Standard. Wir haben sie schon viele Jahre, aber für die Neueröffnung wurden die Ansagen überarbeitet und erweitert“, erläutert Annette Calleja. Statt der ursprünglich vorgestellten 30 Kunstwerke hat der Nutzer der Audioguides nun die Möglichkeit, sich Texte über 56 Kunstwerke anzuhören. Dafür hat das Team sich zuerst einen professionellen Partner gesucht, die Firma Orpheo, die nicht nur die Geräte herstellt, sondern sich auch um die professionelle Aufnahme der Texte kümmert. Dann wurden die Kunstwerke ausgesucht, die in den Hörclips vorgestellt werden sollen und die entsprechenden Texte dazu geschrieben.

„Bei den Texten gab es viel zu beachten. Denn die sind auf das Hörverständnis angelegt. Daher sollen die einzelnen Sätze nicht mehr als 13 Wörter haben“, erklärt Annette Calleja weiter. Um die Aussprache der Texte einwandfrei zu leisten und die Betonung nicht zu übertreiben, wurden von der Firma zwei Schauspieler beauftragt, die Texte aufzunehmen. „Ganz wichtig dabei war, dass es keine zu bekannten Stimmen oder Werbesprecher waren.“ Und dann wurde am Telefon geübt. „Zusammen mit der Firma und den Sprechern haben wir die Aussprache der Künstlernamen geübt. Damit die Namen so ausgesprochen werden, wie wir das hier im Museum machen“, erzählt Annette Calleja weiter und betont, wie spannend das alles war.

Die deutschen Texte sind mittlerweile fertig, die französischen werden in den nächsten Tagen folgen. Denn diese Texte werden gerade in Paris aufgenommen. Da es nicht so viel Nachfrage nach englischen Texten gäbe, will man darauf vorerst aus Kostengründen verzichten. „Aber wünschenswert wäre es schon“, sagt Marc Schmitt, Kulturwissenschaftler und Volontär in der Kunstvermittlung.

Und dann erklärt Annette Calleja noch, worauf man auch geachtet habe bei der Erstellung der Hörclips. „Es handelt sich dabei nicht um einen Rundgang, und es gibt keine Dopplung zu den Saaltexten. Es sind reine Zusatzinformationen.“ Das sei auch deshalb so wichtig, damit bei einem Wechsel der Präsentation der Kunstwerke keine neuen Aufnahmen nötig seien.

Daher sind die Audioguides auch nicht für Sonderausstellungen geplant. Und dann sagt sie noch, dass man daran arbeite, die Audiodateien online zur Verfügung zu stellen, damit der Besucher die Texte mit seinem Smartphone anhören kann. Die Audiogeräte sind zwar sehr robust und einfach zu bedienen, aber ihre Anschaffung kostet Geld. Daher muss man derzeit auch eine kleine Ausleihgebühr zahlen, die sich in Zukunft dann jedenfalls erübrigen würde.