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Spannendes Titelrennen
Die Borussia liegt in Lauerstellung

Borussia Neunkirchens Trainer Björn Klos glaubt an einem Vierkampf im Titelrennen.
Borussia Neunkirchens Trainer Björn Klos glaubt an einem Vierkampf im Titelrennen. FOTO: Foto: Thomas Burgardt
Saarbrücken. In der Fußball-Saarlandliga rollt ab dem 24. Februar wieder der Ball. Neunkirchen, Herrensohr und Quierschied jagen Tabellenführer Auersmacher. Von Philipp Semmler

Spannung ist garantiert in der Fußball-Saarlandliga: Vor dem Auftakt in die restlichen Spiele am 24. Februar geht es an der Spitze eng zu. Tabellenführer SV Auersmacher hat drei Zähler mehr auf dem Konto als Verfolger Spvgg. Quierschied. Und am ersten Spieltag treffen die Führenden der Tabelle in Auersmacher aufeinander. „Das ist natürlich ein wahnsinnig wichtiges Spiel für uns. Da haben wir die Möglichkeit, uns gleich ein wenig abzusetzen“, sagt Auersmachers Trainer Andreas Wellner. Nach einer überragenden Hinrunde hat er in der Winterpause seinen Vertrag für die Spielzeit 2018/2019 verlängert. „Wir haben eine eingespielte Mannschaft. Die Stimmung ist gut. Und in unserer Mannschaft steckt jede Menge Potential. Hinzu kommt, dass der Verein vorbildlich, wenn nicht sogar fast schon professionell geführt wird. Das waren für mich die ausschlaggebenden Gründe zu bleiben“, sagt der 37-Jährige.


Pünktlich zum Jahresauftakt sind beim SV Auersmacher  Spieler, die gegen Ende der Hinrunde verletzungsbedingt fehlten, in den Kader zurückgekehrt. Christoph Fuhr, Sven Schreiber, Florian Deeg und Fabian Lauer sind wieder fit. Optimale Bedingungen also für den „Kracher“ zum Auftakt gegen die Spvgg. Quierschied. Der Überraschungs-Tabellenzweite hat in der Winterpause Sebastian Becker von Oberligist Saar 05 Saarbrücken geholt. Dafür haben mit Nico Culum und Robin Blaser (beide zum FC Rastpfuhl) sowie Torsten Büchel (SC Halberg Brebach) den Club verlassen.  Spitzenreiter Auersmacher hat auf Transfer-Aktivitäten verzichtet.

Neben Auersmacher und Quierschied gibt es noch zwei weitere Mannschaften im Titelrennen. „Ich denke, dass alle vier Clubs, die jetzt oben stehen, Chancen haben“, sagt Björn Klos, der im September 2017 bei Oberliga-Absteiger Borussia Neunkirchen Trainer Tobias Grimm ablöste. Zu diesen Clubs zählt er den TuS Herrensohr und Neunkirchen. Der TuS ist Dritter mit vier Zählern weniger als Auersmacher. Die Borussen haben fünf Zähler weniger als der Spitzenreiter.



Dass Neunkirchen noch im Titelrennen mitmischt, grenzt an ein kleines Fußball-Wunder. Der Oberliga-Absteiger war vor der Amtsübernahme von Klos Tabellenvorletzter. Doch seitdem läuft es beim Traditionsclub wie am Schnürchen. Der neue Übungsleiter ist mit den Borussen unbesiegt. Klos holte acht Siege und drei Unentschieden. „Wir haben an mehreren kleinen Schräubchen gedreht – und das hat direkt funktioniert“, erklärt der 34-Jährige. Dank der Serie träumen viele Borussen-Fans von der direkten Rückkehr in die Oberliga. Klos tritt auf die Euphorie-Bremse: „Klar sind wir in Lauerstellung und wir wollen unsere Serie fortsetzen. Aber es werden auch wieder Rückschläge kommen. Und wir werden auch mal ein Spiel verlieren.“

Zumal der Borussia das Verletzungspech treu bleibt. „Es gab leider schon wieder personelle Rückschläge in der Vorbereitung“, berichtet Klos. Der Schwerwiegendste: Bei Defensivleistungsträger Tim Cullmann brach eine Adduktoren-Verletzung wieder auf. Der 26-Jährige musste operiert werden und wird bis zum Saisonende ausfallen. Nach Verletzungen aus der Vorrunde sind Kapitän Yannick Bach und Stammtorwart Philippe Persch nicht wieder fit. Bach wird nach einer Knie-Operation voraussichtlich bis März ausfallen. Persch wird nach einem Achillessehnen-Abriss frühestens im April einsatzfähig sein.

In der Winterpause gab es bei der Borussia einen Zu- und einen Abgang: Neu ist Mittelfeldspieler Tom Fink, der in der Hinrunde beim Oberligisten FC Wiesbach spielte. Verlassen hat den Club  Mehdi Lomma. Der Marokkaner, der im Sommer 2017 von der U19 des KRC Genk kam, ist nach Belgien zurückgekehrt.