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Die befürchtete schnelle Ausbreitung der Pandemie im Saarland bleibt vorerst aus.

Bericht im Gesundheitsausschuss des Landtags : Befürchtete Ausbreitung bleibt vorerst aus

Die Verdopplung der Fallzahlen ist deutlich verlangsamt. Ein Corona-Fall in der Landesaufnahmestelle in Lebach.

Es ist eine vergleichsweise erfreuliche Meldung in diesen unerfreulichen Zeiten: Die Ausbreitung der Pandemie im Saarland verläuft langsamer als noch vor einer Woche befürchtet. Das geht aus den Infektionszahlen (614) hervor, die am Freitag im Gesundheitsausschuss des Landtags vorgetragen wurden. Vor gut einer Woche hatte unter anderem der Ausschussvorsitzende Magnus Jung (SPD) noch 10 000 Infizierte bis Monatsende befürchtet (wir berichteten). Damals verdoppelten sich die Fallzahlen im Saarland alle 2,2 Tage. Inzwischen verdoppelt sich die Fallzahl erst in 6,1 Tagen. „Das ist erstmal eine gute Nachricht“, sagte Jung am Freitag der SZ. Allerdings rechnen Experten noch immer mit einer hohen Dunkelziffer von Infizierten. Immerhin: 92 Prozent der Testergebnisse im Saarland sind bislang negativ.

Die weitere Entwicklung der Corona-Krise im Saarland ist nach wie vor mit großer Unsicherheit behaftet, wie Gesundheits-Staatssekretär Stephan Kolling (CDU), Thomas Jakobs von der Saarländischen Krankenhausgesellschaft und Gunter Hauptmann von der Kassenärztlichen Vereinigung im Saarland vor dem Ausschuss deutlich machten. Im Gesundheitssektor werde jetzt angestrebt, die Zahl der Beatmungsgeräte im Saarland auf 1200 nahezu zu verdoppeln, berichtete Jung. Weil auch die finanzielle Situation der Krankenhäuser im Saarland zunehmend unter Druck gerate, habe die Saarländische Krankenhausgesellschaft für den Notfall Hilfen von Seiten des Landes gefordert.

Unterdessen wurde bekannt, dass es einen Infiziertenfall in der Landesaufnahmestelle in Lebach gibt. Die Person sei vor Ort in einer Quarantäne-Station untergebracht, teilte das Innenministerium auf SZ-Anfrage mit. Zudem würden seit Anfang März alle Neuankömmlinge in der Landesaufnahmestelle auf das Virus getestet – und solange getrennt untergebracht, bis das Ergebnis vorliegt. In dieser vorsorglichen Quarantäne-Station befänden sich derzeit 18 Personen. Um eine Ausbreitung des Virus in der Landesaufnahmestelle zu unterbinden, sei die ärztliche Präsenz vor Ort sowie die medizinische Schutzausstattung erhöht worden, der Publikumsverkehr eingestellt, Spiel- und Sportplätze geschlossen sowie Gruppenangebote ausgesetzt worden, teilte das Ministerium mit.