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Musik: Die Band „The Angels“ hat 40. Geburtstag

Musik : Die Band „The Angels“ hat 40. Geburtstag

Die Party steigt an diesem Samstag ab 18 Uhr in Auersmacher in der Ringstraße 42-44.

Es war im Sommer 1986 auf dem Dorffest in Ormesheim. Die Band „The Angels“ aus Auersmacher gab es gerade einmal acht Jahre. Doch die vier Jungs hatten sich bereits über die Gemeindegrenzen hinaus einen Namen gemacht. „Wir waren stolz wie Oscar, wenn wir für Veranstaltungen gefragt wurden, die weiter entfernt waren. Wir waren anscheinend gar nicht so schlecht“, sagt Thomas Unold, der Schlagzeuger der „Angels“ und mittlerweile Ortsvorsteher von Auersmacher.

Den Gig auf dem Dorffest in Ormesheim wollten sich die vier nicht entgehen lassen, doch es gab ein Problem. „Meine Frau war hochschwanger und musste an dem Abend ins Krankenhaus. Absagen kam für uns aber nicht in Frage“, erinnert sich Keyboarder Helmut Brandstetter.

Da an Mobilfunktelefone damals noch nicht zu denken war, beauftragten die vier einen Wirt auf dem Dorffest, der regelmäßig im Krankenhaus anrief und den vieren dann ein Zeichen gab, wann die Geburt bevorstand.

„Der Wirt kam immer vor die Tür gelaufen und hat den Daumen hochgehalten. Dann konnten wir weiterspielen. Das ging bis Mitte der Nacht so. Morgens um 5 Uhr waren wir schließlich im Krankenhaus, und Helmut ist sofort eingeschlafen und hat alles verpennt“, erzählt Gitarrist Michael Trier, bevor alle anfangen zu lachen.

An diesem Samstag feiert die Auersmacher Kultband „The Angels“ ihr 40-Jähriges Bestehen – ab 18 Uhr in der Ringstraße 42-44. Eingeladen sind Freunde, Gönner und Wegbegleiter – also im Prinzip ganz Auersmacher und dessen Drumherum. Wobei Wegbegleiter auch rein praktisch verstanden werden kann.

„Wegen unserer Ausrüstung sind wir immer mit einem Bus unterwegs. Wenn wir früher auf Festen im ganzen Saarland gespielt haben, wussten die Auersmacher immer, dass sie nach dem Fest mit uns heimfahren konnten. Ich glaube, wir haben schon den halben Ort mitgenommen“, weiß Thomas Unold, der anfangs überhaupt kein Schlagzeug spielen konnte.

Genauso wenig wie Michael Trier Gitarre. „Wir wollten damals einfach eine Band gründen, haben uns die Instrumente gekauft und einfach angefangen zu üben. Meine Oma hat uns damals 10 000 Mark geliehen, die wir später nach und nach zurückbezahlt haben“, erinnert sich Michael Trier.

Christian Reith ist der vierte „Angel“ im Bunde, der allerdings zwischenzeitlich aus der Band ausstieg. Er war aber für den Namen verantwortlich, den er bei einem Gespräch mit dem Auersmacher Klaus-Dieter Dahlem aufgeschnappt hat.

Bei den ersten Konzerten im Jahr 1978 hatten die vier noch keinen Namen und ihr Repertoire bestand aus vier Liedern. Damals wurden die jungen Auersmacher Musiker, die übrigens alle in dieselbe Schulklasse gingen, noch von ihren Eltern zu den Auftritten gefahren. Ihr Markenzeichen ist bis heute der dreistimmige Gesang.

In den 40 Jahren luden die „Angels“ auch immer wieder andere Musiker und Sänger ein, um mit ihnen gemeinsam bei Auftritten zu spielen. Bis zu 35 Auftritte im ganzen Saarland und darüber hinaus hatten die Auersmacher in einem Jahr. „Unser weitester Auftritt war in Landau. Das war schon anstrengend“, so Michael Trier. Die Gage bei den „Angels“ ist immer Verhandlungsbasis nach dem Motto „Wer viel hat, kann auch mehr geben“. Bei kleineren Vereinen spielen die „Angels“ für wenige Euro oder für eine Flasche Schnaps - und wenn es für einen guten Zweck ist, wird umsonst gespielt und noch gespendet. „Heute haben wir noch etwa 15 Auftritte im Jahr und spielen nur noch, wo es uns Spaß macht. Aufhören kommt für uns nicht in Frage. Wir haben uns vor kurzem erst eine ganz neue Ausrüstung gekauft“, berichtet Helmut Brandstetter.

 „The Angels“ Ende der 90er Jahre in ihrer Gründungsbesetzung: (v. l.) Michael Trier, Christian Reith, Helmut Brandstetter und Thomas Unold.
„The Angels“ Ende der 90er Jahre in ihrer Gründungsbesetzung: (v. l.) Michael Trier, Christian Reith, Helmut Brandstetter und Thomas Unold. Foto: The Angels

Bei der 40-Jahrfeier am Samstag geben die „Angels“ natürlich auch musikalische Kostproben, und vielleicht wird auch die eine oder andere Geschichte erzählt, die nach Meinung der Auersmacher Musiker definitiv nichts in der Zeitung zu suchen hat.