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Die Aktenlast im saarländischen Finanzministerium ist zu groß geworden.

Öffentliche Bauten : Akten könnten Statikproblem werden

Routinekontrollen bringen es an den Tag: Zu viele Unterlagen in einem Büro des saarländischen Finanzministeriums. Das gewichtige Problem wird nun gelöst.

Auch im Computerzeitalter scheinen Behörden nicht drum herumzukommen, Akten in Papierform zu horten. So geht es offensichtlich auch dem Finanzamt, das seinen Sitz im Gebäude des saarländischen Finanzministeriums hat. Und diese Unterlagen könnten allmählich zu einem gewichtigen Problem werden.

Entsprechende Informationen der Saarbrücker Zeitung bestätigt Yves Jacob von der Pressestelle des Ministeriums. „Routinekontrollen in einem Büro haben gezeigt, dass hier aussortiert werden muss. Ansonsten überstiegen die mit Ordnern bepackten Schränke ihre Tragfähigkeit. Und: Auch die Statik des Gebäudes könnte leiden.

Zweimal im Jahr untersuchen Experten das Haus, ob alles in Ordnung ist, sagt Jacob. Und dabei sei nun aufgefallen, dass ein vom Finanzamt genutzter Raum an seine Kapazitätsgrenze stößt. Nun sollen Akten in den nächsten Tagen umverteilt werden, um das Zimmer zu entlasten, kündigt der Sprecher an. Gleichzeitig versichert Jacob: „Es besteht aber keine Gefahr. Nicht im Geringsten.“

Bei den gesammelten Papieren handle es sich um Unterlagen, die in den Jahren aufgelaufen sind. Informationen, wonach Aktenberge des ehemals eigenständigen Finanzamtes Sulzbach jüngst in die Landeshauptstadt verlagert worden seien und deswegen zu den aktuellen Schwierigkeiten führten, dementiert er. „Da sind keine Aktenberge hergebracht worden.“

Bereits vor einigen Monaten war das Gebäude in der Innenstadt wegen einer möglichen Gefahr für die Statik in die Schlagzeilen geraten. Im April sorgten Bauarbeiten an der nahen Wilhelm-Heinrich-Brücke für mächtige Erschütterungen. Dabei taten sich Risse in Büros des Hauptgebäudes auf.

In einem Brief informierte das Ministerium seine Mitarbeiter und sicherte die Standsicherheit des Komplexes oberhalb des Saarufers zu. Demnach sollte es sich um „oberflächliche Risse im Putz“, um harmlose Haarrisse handeln, sagte damals Katrin Thomas, Pressesprecherin des Innenministeriums. Ihre Landesbehörde ist für die staatseigenen Liegenschaften verantwortlich. Sie sah deswegen keinen Anlass dafür, zumindest teilweise das Haus räumen zu lassen.

Trotzdem beauftragte die Staatliche Hochbaubehörde (SHB) Ingenieure damit, die tragende Konstruktion zu überprüfen. Um nicht auf Kosten sitzenzubleiben, sollten Reparaturen nötig sein, stellte die SHB außerdem vorsorglich Schadenersatzansprüche an die Stadt Saarbrücken. Denn sie war Bauherr für die Sanierungsarbeiten an der Brücke, die das Finanzministerium wackeln ließen.

Ob mittlerweile ein Ergebnis der Untersuchungen zu dem Zwischenfall vom April vorliegt, war am Donnerstag nicht klar. Wie Markus Tröster von der Pressestelle des Innenministeriums auf Anfrage mitteilt, waren die entsprechenden Ansprechpartner bei der SHB nicht zu erreichen.