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Deutlich weniger Zuspruch bei Corona-Impfaktion in Ensheim als erwartet

Ansturm bleibt aus : „Ernüchternde Resonanz“ bei Impfaktion ohne Termin in Ensheim

Die Impfaktion in Ensheim startete am Samstag zuerst vielversprechend: mit einer langen Schlange vor der Sporthalle. Danach kamen aber nur noch vereinzelt Impfwillige. Obwohl die Freiwillige Feuerwehr und das Gesundheitszentrum Ensheim viel Zeit und Mühe in die Organisation investiert hatten.

Obwohl das Saarland immer noch Spitzenreiter in Sachen Impfen ist, sinkt die Impfbereitschaft mit der Zeit – das haben auch Dr. Harald Böttge und sein Praxisteam bei der Impfaktion am Samstag in der Ensheimer Sporthalle gemerkt. Zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr hat das Team des Gesundheitszentrums Ensheim die Impfaktion geplant und organisiert. 300 Dosen des Impfstoffes der Marke Johnson&Johnson hatte das Team, bestehend aus einer Ärztin, zwei Ärzten und fünf Arzthelferinnen, dafür zur Verfügung.

Die Feuerwehrleute haben beim Aufbau und der Organisation geholfen und deren Kinder boten Kuchen für alle Impfwilligen an. „Leider ist die Resonanz sehr ernüchternd“,berichtet Dr. Marcial Hohler. „Um neun Uhr bildete sich zwar zunächst eine lange Schlange, danach kamen die Patienten jedoch nur noch vereinzelt“, so Hohler weiter. Der erste Ansturm an Impfwilligen sei innerhalb von 45 Minuten abgearbeitet gewesen. „Wir waren eine der ersten Impfpraxen im Saarland und der Ansturm bei unserer letzten Impfaktion war enorm. Leider merkt man die Impfmüdigkeit der Menschen, was mich im Hinblick auf eine drohende vierte Welle sehr enttäuscht“, erklärt Dr. Harald Böttge. Es sei schade, dass das Praxisteam und die Freiwillige Feuerwehr diesen Aufwand betreibt und die Aktion dann nur so wenig Resonanz erfährt.

Auch Dr. Claudia Böttge-Wolpers hat sich einen größere Resonanz erhofft: „Die Aktion wurde via Facebook und in den Ensheimer Nachrichten angekündigt, aber es sieht wohl so aus, als seien die Ensheimer schon größtenteils durchgeimpft. Überregional wurde weniger beworben, weil solche Impfaktionen ja auch in anderen Gemeinden durchgeführt werden.“

Dennoch haben um die 50 Impfwillige den Weg zur Ensheimer Sporthalle gefunden. Darunter auch Lothar Schmeer aus Eschringen. „Ich finde die Aktion super. Ich habe mich aufgrund der langen Wartezeiten in den Praxen und Impfzentren bisher nicht um einen Termin bemüht, deshalb finde ich diese Aktion ohne Termin ideal“, erklärt der 65-jährige Rentner. Er sei froh, dass er mit der Impfung nun bald wieder überall hin kann, ohne sich vorab testen zu lassen: „Die Testzentren werden weniger und das macht es im Alltag schwerer. Mit der Impfung möchte ich mich natürlich selbst schützen, aber bin auch froh, dass ich bald wieder ohne vorherigen Test zum Sport kann.“

Auch Markus Scherer hat die Aktion genutzt, obwohl er am Anfang unschlüssig war. „Die Impfaktion hat sich jetzt gerade angeboten. Ich war zu Beginn der Impfungen unschlüssig, aber ich denke man wird irgendwann sicher nicht mehr drumherum kommen“, meint der 37-Jährige aus Ensheim. Nun ginge er aber unvoreingenommen an die Impfung heran.

Obwohl die Aktion nicht überregional beworben wurde, hat auch Martin Hock aus Bexbach das Angebot in Ensheim wahrgenommen. „Die Wartezeiten waren mir einfach zu lang. Meine Freundin, die hier in Ensheim wohnt, hat wochenlang auf einen Termin warten müssen, deshalb habe ich mich auch nicht bei einem Impfzentrum registriert“, erklärt der 37-Jährige. Durch seine Freundin habe er von der Impfaktion erfahren und die Chance ergriffen. „Jetzt konnte ich mich impfen lassen, ohne ewig auf einen Termin warten zu müssen, das ist super“, sagt Martin Hock abschließend.