Der ZKE bekämpft Saarbrücker Ratten

Saarbrücken : Der ZKE bekämpft Saarbrücker Ratten

Auf öffentlichen Flächen sind Ratten im Visier des Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetriebes. Auf Privatgelände sind die Eigentümer zuständig.

Rund 600-mal im Jahr müssen die Schädlingsbekämpfer des Saarbrücker Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetriebes (ZKE) ausrücken, um Ratten zu erlegen, die in der Stadt auf öffentlichen Flächen gesichtet wurden. Das teilte der ZKE gestern auf SZ-Anfrage mit. Damit sind die Ratten für knapp die Hälfte aller Einsätze der ZKE-Kammerjäger verantwortlich. Gibt es also ein Rattenproblem in Saarbrücken?

Der ZKE sagt: Das ist in Saarbrücken nicht anders und nicht schlimmer als in anderen deutschen Städten.

Die Tiere, die dem ZKE gemeldet werden, seien sogenannte Wanderratten. Die seien eigentlich nachtaktiv – hin und wieder gingen aber auch manche von ihnen tagsüber auf Futtersuche. Theoretisch könne man die anpassungsfähigen Nager überall dort antreffen, wo Essbares herumliegt. Wo das Nahrungsangebot groß ist, so erläutert der ZKE, fühlen sich die Wanderratten besonders wohl.

Essensreste, die offen herumliegen, lockten die Nager an. Deshalb sollten beispielsweise gelbe Säcke erst am Abend vor der Abholung auf die Straße. Auch Abfälle, die über die Toilette entsorgt werden, seien ein gefundenes Fressen für Ratten. Wohlgenährt vermehrten sie sich dann munter in der Kanalisation.

Wer Ratten auf seinem Grundstück sieht, ist laut ZKE dazu verpflichtet, sie auf eigene Rechnung zu bekämpfen. Der ZKE empfiehlt, einen Kammerjäger zu rufen. Für Ratten auf öffentlichen Flächen ist der ZKE zuständig. Beim Kampf gegen die Ratten hält sich der ZKE an einen bundesweit gültigen Leitfaden.

Seine Kammerjäger verwenden verschlossene Boxen-Fallen  mit vergifteten Ködern. Für jedes Einsatzgebiet gibt es spezielle Boxen. In der Umgebung der Fallen stellen die Schädlingsbekämpfer grundsätzlich Warnschilder auf. Je mehr Menschen – womöglich mit ihren Haustieren – an den Einsatzorten der Kammerjäger unterwegs sind, desto mehr Schilder kommen dort hin, versichert der ZKE und empfiehlt: Hundehalter sollten grundsätzlich vorsichtig sein und auf Hinweisschilder und Presseveröffentlichungen in der Stadt achten, so der Betrieb.

Ansonsten versucht der ZKE vor allem durch Vorbeugung zu verhindern, dass in der Stadt ein Rattenproblem entstehen kann. Immer wieder informiert der ZKE die Bürger darüber, wie sie ihren Müll so entsorgen, dass sich weder Ratten noch Krähen, Füchse, Marder oder andere Tiere davon ernähren und sich deshalb explosionsartig vermehren können.

Außerdem bittet der ZKE die Bürger darum, wild „entsorgten“ Müll zu melden. Dann rücken sofort die Umweltkolonnen des ZKE oder das Müllmobil, der „Flotte Feger“, aus und sammeln diesen Müll ein. Zu erreichen ist der ZKE über sein „Dreckweg Telefon“ – 0800 8885678. Wenn die Bürger diese Nummer wählen, hofft der ZKE, dass er den Müll beseitigten kann, noch bevor die Wanderratten ihn erspähen.

In der Montagausgabe berichtete die SZ, dass sich der Heusweiler Ortsrat ebenfalls mit dem Thema Ratten befasst hat. Nach Angaben des Naturschutzbeauftragten der Gemeinde, Peter Paulus, wurden in Heusweiler 2019 bereits 35-mal Ratten gesichtet. Paulus glaubt, dass sich die Ratten im Heusweiler Gemeindegebiet vermehrt haben. Gründe dafür seien u. a. die Trockenheit und ein größeres Nahrungsangebot. Er rät: nur pflanzliche Küchenabfälle zu kompostieren, den Boden des Komposters zu verstärken oder mit feinmaschigen Drahtgittern zu umwickeln, Eierschalen, Wurst, Fleisch, Käse, Nudeln und Ähnliches in der Bio- oder Hausmülltonne zu entsorgen, nichts davon in die Kanalisation zu leiten – und Vögel nicht ganzjährig zu füttern.

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