Der Verein Geographie ohne Grenzen erklärt Saarbrücken.

Die Saarbrücken-Erklärer : Frank Lichtlein mag die Tiefen der Stadt

Der Verein Geographie ohne Grenzen erklärt die Region in Stadtführungen, die nicht nur an der Oberfläche kratzen.

Frank Lichtlein hat fünf Jahre gebraucht, um von einem Mann aus der Zielgruppe zum Mann für die Zielgruppe zu werden. Als er vor acht Jahren nach Saarbrücken zog, stieß er recht schnell auf den Verein Geographie ohne Grenzen (GoG). „Ich habe die Stadt durch den Verein kennengelernt“, sagt der heute 64-Jährige. Die Führungen des Vereins, die nicht nur an der Oberfläche der Stadtgeschichte kratzen, haben ihm „das Einleben erleichtert“, erinnert sich Lichtlein.

Nun leitet er seit drei Jahren selbst Geographie ohne Grenzen zusammen mit Thomas Hippchen und Markus Kumpf. Es ist ihm wichtig, dass der Verein weiter neugierig machen kann auf Saarbrücken und die Region. Dinge zeigen kann, die auf den ersten Blick unbemerkt bleiben. Geschichten erzählen kann, die auch Menschen, die schon länger oder schon immer hier wohnen, noch nicht kennen. „Unser Ziel und Ansporn ist es, Neues oder Bekanntes aus einem besonderen Blickwinkel zu zeigen“, sagt Lichtlein.

Die Frauen und Männer, die die Touren des Vereins führen oder mit den Wissbegierigen zu Tagestouren aufbrechen, sind „fachlich kompetent“, betont Lichtlein. Aber es sei eben auch wichtig, das Informative „lebendig, anschaulich und gerne auch mal kritisch aufzubereiten“. Dabei blicken die Stadtführer nicht nur in die Vergangenheit. Der Verein bietet auch Touren an, in denen es um die Entwicklung der Stadt geht. Es gehe darum, Dinge zu zeigen, die jeder sehen könnte, weil er jeden Tag daran vorbeirennt, aber dann eben doch nicht wahrnimmt. Lichtleins Co-Vorsitzender Thomas Hippchen verspricht denen, die sich auf Führungen und Studienfahrten des Vereins einlassen: „Wir gehen den Dingen auf den Grund.“ Das mache in der Gruppe besonders viel Spaß, sagt Lichtlein. Deshalb bietet der Verein individuelle Touren an. Wenn zum Beispiel eine Firma ihren Mitarbeitern zeigen wolle, wo sie da eigentlich arbeiten, organisiere der Verein gerne eine Tour. Und gerne auch für neue Stadtbewohner.

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