1. Saarland
  2. Saarbrücken

Der Tourismus boomt im Regionalverband Saarbrücken

Regionalverband Saarbrücken : Der Tourismus boomt im Regionalverband

Attraktiv für Kultur- und Sportfans: Nirgendwo an der Saar steigen die Übernachtungszahlen so schnell wie rund um Saarbrücken.

Wahrhaft rekordverdächtig entwickelte sich der Tourismus im Regionalverband Saarbrücken im Lauf des Jahres 2019. Die Zuwächse waren exorbitant. Und das obwohl der Regionalverband in diesem Wirtschaftszweig mit einer starken Konkurrenz quasi direkt vor der Haustür zu kämpfen hat.

Denn das saarländische Wirtschaftsministerium meldete jüngst auch einen „neuen Tourismusrekord für das Saarland“. Dabei berief sich das Ministerium auf das Statistische Landesamt. Nach dessen Berechnungen stieg landesweit „die Zahl der Übernachtungen auf insgesamt 3,22 Millionen“. Laut Ministerium entspricht das einem Plus von 1,8 Prozent gegenüber 2018. Auch die Zahl der „Gäste-Ankünfte“ sei weiter gewachsen – 2019 seien 1,12 Millionen Gäste ins Saarland gekommen, das seien 4,5 Prozent mehr als 2018. Und mit diesem Top-Ergebnis liegt das Saarland – laut Ministerium – „sogar über dem Bundestrend“.

Absoluter Spitzenreiter in Sachen „Tourismus im Saarland“ ist der Regionalverband (RV) Saarbrücken mit seinen zehn Städten und Gemeinden. Für den RV verzeichnete das Statistische Landesamt 2019 rund 670 000 Übernachtungen (eine Steigerung gegenüber 2018 um 8,5 Prozent) und damit den landesweit größten Zuwachs an Übernachtungen – obwohl auch der Saarpfalz-Kreis und der Landkreis Neunkirchen deutlich zulegen konnten.

Auch bei den Gäste-Ankünften liegt der RV im Saarland unangefochten auf Platz eins. Mit fast 382 000 Gäste-Ankünften, also rund einem Drittel der landesweiten Gesamtzahl, verzeichnet der RV hier einen Zuwachs von 7,9 Prozent gegenüber 2018.

Die Nummer eins im RV ist natürlich in jeder Hinsicht die Landeshauptstadt Saarbrücken – mit weitem Abstand vor allen neun anderen Kommunen. Denn rund 88 Prozent des gesamten Tourismusaufkommens im RV entfallen auf Saarbrücken. Das hat die Pressestelle des RV auf SZ-Anfrage ermittelt.

Und die Saarbrücker Stadt-Pressestelle berichtete auf SZ-Anfrage, dass die Zahl der Übernachtungen in der Landeshauptstadt von 2018 auf 2019 tatsächlich um etwa 4,5 Prozent gestiegen ist – 2018 zählte die Stadt 537 962 Übernachtungen, und 2019 waren es bereits 561 754. Noch einen Zacken besser lief es bei den Ankünften. Deren Zahl stieg sogar um 4,9 Prozent – 2018 zählte die Stadt 318 686 Ankünfte, und 2019 waren es 334 290.

Rekordhalter in Sachen Zuwachs beim Tourismus ist allerdings nicht Saarbrücken, sondern eine Konkurrentin, die man zunächst nicht in dieser touristischen Gewichtsklasse vermuten würde – nämlich die Gemeinde Kleinblittersdorf.

Sie hat 2019 mit 11 600 Gästeankünften wahrhaft Maßstäbe gesetzt und gegenüber 2018 einen fast schon astronomischen Zuwachs um 450 Prozent geschafft. Unerreichbar für alle Konkurrenten. Nach Angaben des RV sind vor allem die Saarland Therme, der Erlebnispark Bliesgau, der Wohnmobilpark und die Glamping Resorts bei Touristen sehr beliebt.

Nicht ganz so gewaltig aber doch auch beachtlich war 2019 der Zuwachs an Gästeankünften in der Mittelstadt Völklingen. Er lag immerhin noch bei 12,6 Prozent gegenüber 2018. Und damit setzte sich in Völklingen der positive Trend der vergangenen Jahre fort. Verantwortlich dafür ist nach Einschätzung des Regionalverbandes das Weltkulturerbe Völklinger Hütte mit seiner Urban Art Biennale, seinen Sonderausstellungen sowie seinen zahlreichen sonstigen Veranstaltungen wie beispielsweise dem Elektro Magnetic Festival.

Auch die Saarbrücker Stadt-Pressestelle sieht eine ganze Reihe von Gründen für den Tourismus-Boom in der Stadt. Saarbrücken habe eben viel zu bieten – „zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten, eine abwechslungsreiche kulturelle Szene, hervorragende Gastronomie und mit der Saar, den Parkanlagen und dem Stadtwald unterschiedliche Gelegenheiten, draußen und im Grünen zu entspannen“. Und all das sei auf „kurzen Wegen“ miteinander verbunden.

Der Zuwachs bei den Übernachtungen sei „unter anderem auf die allgemeinen Wachstumszahlen im Städtetourismus zurückzuführen“. Darüber hinaus habe „die Saarbrücker Hotellandschaft ihre Kapazitäten 2019 erweitert“ – um zwei Hotels mit insgesamt 311 Zimmern.

Hinzu komme, dass die City-Marketing GmbH bereits „seit Jahren“ immer mehr Gruppenreisen nach Saarbrücken bringe. Die „Buchungszahlen“ der Gruppenreisen in die Landeshauptstadt seien „im Laufe der vergangenen zehn Jahre“ kontinuierlich gestiegen – 2019 erneut um 7 Prozent.

Die Stadt-Pressestelle stellt fest: „Die City-Marketing GmbH hat 2019 insgesamt 808 Reisegruppen betreut. Davon nahm die größte Zahl der Besucherinnen und Besucher an einer Stadtführung in Saarbrücken teil, rund 60 Reisegruppen buchten eine Tour durchs Saarland oder die Grenzregionen. Von den mehr als 800 Gruppen kamen 190 über Reiseveranstalter, der Rest verteilte sich auf Anfragen von Firmen, privaten Gruppen und Schulklassen.“

Um diese erfreulichen Entwicklungen zu verstetigen, habe die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Regionalverband und etlichen weiteren Partnern seit dem Sommer 2019 die „Tourismusstrategie Region und Landeshauptstadt Saarbrücken 2025“ entwickelt (die SZ berichtete).

Die Saarland Therme in Rilchingen-Hanweiler gehört zu den Hauptattraktionen des Regionalverbandes. Foto: Foto: Saarland Therme GmbH & Co. KG, www.saarland-therme.de
Die Glamping Resorts Biosphäre Bliesgau nahe der Saarland Therme laden zum Übernachten am Busen der Natur.  Foto: Glamping GmbH
Das Max-Ophüls-Filmfestival lockt jedes Jahr Tausende junge Leute an und gibt Saarbrücken das Image einer weltoffenen Kulturstadt. Foto: BeckerBredel
Das Velo-Swing-Festival – hier eine Szene vor dem Saarbrücker Schloss – gehörte 2019 zu den Touristenattraktionen im Regionalverband. Foto: Manuela Meyer

Sowohl der Stadtrat als auch die Regionalversammlung haben dieser Strategie im Februar ihren Segen erteilt (die SZ berichtete). Das Fernziel dieser Strategie beschreibt die Stadt-Pressestelle: „Bis zum Jahr 2030 soll es im Regionalverband Saarbrücken eine Million Übernachtungen geben.“