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Der SR startet ab Montag ein Online-Geschichtsbuch zum Mitmachen

Neues Online-Angebot des SR : Bürger schreiben das Saar-Geschichtsbuch mit

Zum „Saarhundert“ stellt der SR ein Online-Projekt ins Netz, das durch die Beteiligung der Saarländer stetig wachsen soll.

Eine neue Seite zum „Saarhundert“ – der Feier zum 100-jährigen Bestehen des Saarlands (siehe Info) – stellt der Saarländische Rundfunk (SR) am kommenden Montag, 15. Juni, ins Internet. „Saar100“ soll diese Plattform heißen und ein multimediales Geschichtsbuch für das Saarland sein, teilt der SR in einer Pressemitteilung mit. Bei „Saar100“ handele es sich um ein digitales Projekt des Senders, der damit laut eigenen Angaben erstmals dauerhaft Schätze aus seinen Archiven im Internet präsentieren will. Gezeigt werden sollen Videos und Fotos aus den zurückliegenden 100 Jahren saarländischer Geschichte, außerdem soll es Audioaufnahmen, Texte und Grafiken geben.

Zunächst werde aus jedem der 100 Jahre seit 1920 nur ein Ereignis oder ein Thema dokumentiert, erläutert der SR. In der Zukunft sollen demnach weitere, bereits gesendete, aber auch neue Aufnahmen hinzukommen. Denn die Saarländer seien aufgerufen, ihre Erinnerungen aus 100 Jahren Saarland mit dem Rundfunksender zu teilen, sodass sie sich wiederfinden in dem multimedialen Geschichtsbuch. Die eigenen Erinnerungen der Saarländer sollen somit die SR-eigenen Dokumente und Aufnahmen sinnvoll ergänzen, erklärt der Sender.

Der Intendant des Saarländischen Rundfunks, Professor Thomas Kleist, sieht mit dem Projekt gleich mehrere wichtige Aufgaben seines Senders erfüllt: „Saar100 wird das audiovisuelle Erbe, das in unseren Archiven schlummert, der Öffentlichkeit zugänglich machen. Da sind viele spannende Aufnahmen dabei, die die Autoren so raffiniert und überraschend modern aufbereitet haben, dass man immer mehr davon sehen und hören will. Manches, was sie gefunden haben, war fast vergessen und doch Teil unserer regionalen Prägung als Land an der Grenze, seit mit dem Versailler Vertrag das Saargebiet geschaffen wurde.“ Das virtuelle Geschichtsbuch solle seinen Worten nach auch zeigen, wie durch unsere Erfahrungen eine saarländische Gemeinschaft entstanden ist. „Dies zu vermitteln ist ebenfalls Teil unseres Auftrags“, betont Kleist.

Das historische Projekt soll laut Programmdirektor Lutz Semmelrogge in Zukunft ständig ergänzt und weitergeführt werden. „So kommen neue Aspekte und neue Ereignisse hinzu, und es entsteht eine schier unerschöpfliche digitale und multimediale Fundgrube für alle, die in naher oder ferner Zukunft in die saarländische Geschichte eintauchen möchten“, führt Semmelrogge weiter aus.

Hauptautorin und Hauptautor der Video-Einträge von „Saar100“ sind Annette Bak und Sven Rech. Letzterer hat nach Angaben des SR viele der Beiträge auch selbst geschnitten, vertont und animiert. Das Audiomaterial hat laut dem Sender vornehmlich Caroline Uhl zusammengestellt. Gemeinsam mit Jonathan Janoschka begleitet sie außerdem das zum Projekt gehörende Crowdsourcing.

Konzipiert wurde das Projekt von SR-Chefredakteurin Armgard Müller-Adams. Sie freut sich jetzt schon auf die Zusendungen der Saarländer. „Im Zusammenspiel unseres Archivs mit den persönlichen Geschichten der Saarländer wollen wir versuchen, das saarländische Wesen zu erfassen – daher ist uns der interaktive Gedanke sehr wichtig“, betont Müller-Adams. Das sei auch der Grund, warum hinter dem Projekt nicht nur ein Autor oder eine Autorin stecke, sondern ein diverses Redaktionsnetzwerk, das Optik, Sounddesign und Inhalte gemeinsam entwickelt und aufeinander abgestimmt habe, betont die Chefredakteurin Müller-Adams.

Wer Videos, Fotos oder Texte hat, die in das Projekt „Saar100“ aufgenommen werden sollen, kann sie auf der Internetseite des Saarländischen Rundfunks hochladen. Alternativ können Aufnahmen und Dokumente auch auf dem Postweg geschickt werden an: Saar100, Chefredaktion, Saarländischer Rundfunk, 66100 Saarbrücken.

www.sr.de/saar100