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Vereine haben Probleme
Der SFV hat Sorgen, weil Clubs sich zurückziehen

FOTO: dpa / Jan Woitas
Saarbrücken. Der SC Friedrichsthal wird seine Mannschaft am Saisonende aus der Saarlandliga zurückziehen. Nach dem Tod des Sponsors sieht er sich nicht in der Lage, die Kosten für den Spielbetrieb zu stemmen (wir berichteten). Der SC steht damit als erster Absteiger fest. Vor der vergangenen Saison hatte die SG Saubach ihre Mannschaft wegen fehlender Perspektiven nach dem Weggang vieler Stammspieler zurückgezogen. Von Philipp Semmler

Im Verlauf der Rückrunde hatte die DJK Bildstock angekündigt, dass sie nach der Saison aus finanziellen Gründen auf ihr Saarlandliga-Startrecht verzichtet. Der Verkauf des Startrechts an den 1. FC Saarbrücken für dessen zweite Mannschaft scheiterte. Dadurch gab es vergangene Saison nur einen sportlichen Absteiger – anstatt drei. Nur der FV Siersburg als Tabellenletzter musste in die Verbandsliga absteigen. Die Spvgg. Quierschied blieb als Vorletzter dank der Rückzüge in der Liga.


Clubs, die sportlich abgestiegen wären, bleiben dank Rückzügen von anderen Vereinen in der Liga. Ist dies nicht eine Wettbewerbsverzerrung? Franz-Josef Schumann, Präsident des Saarländischen Fußball-Verbandes (SFV), sagt: „Ich sehe schon die Gefahr, dass durch die Rückzüge der Wettbewerb verfälscht werden kann. Aber wir als Vorstand können dem nur durch die Regelungen, die zum Beispiel die Abmeldefristen betreffen, entgegenwirken.“

Schumann ist von der Entwicklung, dass sich gleich drei Clubs in den vergangenen  19 Monaten freiwillig aus der Saarlandliga verabschiedeten, natürlich alles andere als begeistert – vor allem, weil zwei der drei dies aus finanziellen Gründen taten: „Das macht mir Sorgen, wenn Vereine in höheren Klassen abmelden müssen, weil sie den Spielbetrieb nicht mehr finanzieren können. Wir haben schon Anfang 2017 eine Kampagne gestartet, mit dem Ziel, eine bessere Unterstützung für unsere Vereine durch die Kommunen zu erreichen. Leider bislang ohne messbaren Erfolg.“



Auch wenn dies wohl niemand offen sagen wird: Die meisten der Vereine, die in dieser Saison in der Saarlandliga um den Klassenverbleib kämpfen, werden den Friedrichsthaler Rückzug nicht nur mit einem weinenden, sondern auch mit einem lachenden Auge sehen. Schließlich steigen dadurch die eigenen Chancen auf den Ligaverbleib. Und der Kampf gegen den Abstieg könnte so umkämpft wie selten zuvor werden. Zur Winterpause trennen Schlusslicht FSG Bous und den Tabellen-13. SG Lebach-Landsweiler fünf Punkte.

Auch der Tabellenzehnte SV Bübingen ist mit vier Zählern Vorsprung auf einen möglichen Abstiegsplatz längst nicht alle Abstiegssorgen los. Damit ist fast die halbe Liga im Abstiegskampf. Denn voraussichtlich wird es diese Saison – trotz des Friedrichsthaler Rückzuges – mehr als einen sportlichen Absteiger geben.

Mit Saar 05 Saarbrücken, dem FV Eppelborn und dem FV Diefflen schweben in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar drei saarländische Clubs in Abstiegsgefahr. Steigt einer dieser Vereine ab, müssen neben dem SC Friedrichsthal noch zwei weitere Mannschaften aus der Saarlandliga absteigen. Wären es am Ende drei saarländische Oberliga-Absteiger, müssten neben Friedrichsthal sogar noch vier weitere Vereine absteigen. Voraussetzung in beiden Fällen: der Tabellenzweite der Saarlandliga steigt nicht in der Relegation in die Oberliga auf.

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