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Der Saufangweiher in Friedrichsthal-Bildstock ist ein Musterbeispiel für engagierte Vereinsarbeit.

Der Saufangweiher : Einst stinkende Kloake – heute Naturidyll

Der Saufangweiher in Friedrichsthal-Bildstock ist ein Musterbeispiel für engagierte Vereinsarbeit. 45 000 Besucher sind hier jährlich zu Gast.

Hier kann man spazieren oder wandern und die Natur genießen. Hier kann man Industriekultur erleben und Freiluftsport betreiben. Deshalb wird er von der Bevölkerung zu allen Jahreszeiten gut angenommen: der schön angelegte Saufangweiher und seine Umgebung in Friedrichsthal-Bildstock. 

Dass dieses Kleinod bis heute besteht und jährlich von gut 45 000 Besuchern genutzt wird, das ist dem Angelsportverein Bildstock-Saufang und seinen engagierten Mitgliedern zu verdanken. Die dürfen 2021 das 50-jährige Bestehen ihres Vereins feiern und stolz auf ihre Arbeit zurückblicken. Der Weiher selbst ist noch etwas älter und hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Die hat, wie so oft in unserem Lande, mit dem Steinkohlebergbau zu tun.

1957 schütteten die Saarbergwerke AG im Trenkelbachtal einen Damm auf, im Bereich des heutigen Autobahnabschnittes der A8. Für die damalige Grube Maybach sollte so ein Klärweiher geschaffen werden. „Unter dem Absinkweiher, der damals entstand, wurden alle Bäume, Sträucher und sonstige Pflanzen überflutet, sodass der schöne Landschaftsstreifen verschwand“, so kann man in der Chronik des ASV Bildstock Saufang nachlesen. Als 1964 die Förderung auf der Grube Maybach eingestellt wurde, sorgte die Natur zunächst dafür, dass das Wasser des Absinkweihers wieder klarer und sauberer wurde.

 Die Weiheranlage lässt sich über einen 2,5 Kilometer langen, barrierefreien Rundweg erkunden.
Die Weiheranlage lässt sich über einen 2,5 Kilometer langen, barrierefreien Rundweg erkunden. Foto: Thomas Reinhardt

Erste Fische tummelten sich bald im Gewässer, Bäume, Büsche und andere Pflanzenarten wuchsen drumherum. Doch durch das Einleiten von Abwasser aus den nahe gelegenen Wohngebieten verbunden mit  zu wenigen Niederschlägen wurde aus dem Weiher bald eine stinkende Kloake.  Das änderte sich nach der Gründung des Angelsportvereins durch Albert Guckeisen am 21. März 1971.  21 Mitglieder, meist Bergleute und Mitarbeiter der Saarbergwerke AG, begannen,  den Schlammweiher in eine umweltfreundliche Naturzone mit einem Fischweiher zu verwandeln.

Gegen alle Skepsis und Widrigkeiten, vor allem wegen der aufwändigen Wasserversorgung (die bis heute ein gravierendes Problem darstellt), arbeitete der schnell wachsende Verein über Jahrzehnte weiter erfolgreich an diesem Vorhaben. Albert Guckeisen erhielt 1994 sogar das Bundesverdienstkreuz am Bande für besondere Verdienste um den Saufangweiher, der zur Heimat von Brut- und Gastvögeln sowie vieler anderer Tiere und Pflanzen wurde. Der ASV als Pächter des Gewässers wird heute von Jürgen Fellenzer geleitet und zählt über 100 Mitglieder. Die Weiheranlage mit der rund fünf Hektar großen Wasserfläche präsentiert sich gepflegt und attraktiv mit einem 2,5 Kilometer langen, barrierefreien Rundweg, einer bewirtschafteten Fischerhütte (derzeit wegen Corona geschlossen), einem Spielplatz, einer großen Grillstation, Ruhebänken und informativen Schautafeln.

Der Saufangweiher ist Teil des Landschaftslabors Bergbaufolgelandschaft des Naturschutzgroßvorhabens „Landschaft der Industriekultur Nord“ (LIK-Nord). Durch die von Bund und Land geförderten Maßnahmen entstanden hier eine attraktive Beobachtungsplattform auf dem alten Mönchbauwerk sowie ein behindertengerechter Steg am nordöstlichen Ufer.  Für Wanderungen und Touren stellt der Saufangweiher, der 1990 zum Landschaftsschutzgebiet erklärt wurde, einen guten Start- und Zielpunkt dar. Zusammen mit dem Itzenplitzer Weiher im nahe gelegenen Heiligenwald gehört er zum Zweckverband Naherholungsgebiet Itzenplitz, der zahlreiche Möglichketen für Wanderer, Radfahrer, Nordic-Walker, Reiter und natürlich auch Angler bietet.

Den Parkplatz am Saufangweiher erreicht man in Friedrichsthal-Bildstock über die Grühling- und die Lilienstraße.