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Susan Ebrahimi
Der legendäre Goldrausch am Klondike stand Pate

Die Macherinnen des Klondike-Labels: (v.l.) Daria Fries und Susan Ebrahimi.
Die Macherinnen des Klondike-Labels: (v.l.) Daria Fries und Susan Ebrahimi. FOTO: Ebrahimi
St. Johann. Die Chansonsängerin Susan Ebrahimi und ihre Tochter Daria Fries gründeten eine Schallplattenfirma samt Musikverlag

Wenn am Samstagabend beim Altstadtfest auf dem St. Johanner Markt das bunte Schlagerprogramm läuft, wird eine Musikerin auf der Bühne stehen, die sich schon seit vielen Jahren in Saarbrücken und deutschlandweit als Chansonsängerin einen Namen gemacht hat: Susan Ebrahimi.


Seit 2009 hat sie noch ein zweites Standbein, „ihre zweite Welt“, wie sie selbst sagt. „Ich mache auch Unterhaltungsmusik, deutschen Pop-Schlager“, erzählt die Saarbrücker Sängerin. Während die Chansons überwiegend aus anderer Feder stammen, schreibt sie hier ihre Texte selbst, für sich, aber auch für andere Sänger. Und das ziemlich erfolgreich. Denn Susan Ebrahimi hatte bereits drei Schlager als Nummer- eins- Hits in Deutschland, trat mehrfach in Fernsehsendungen auf, darunter auch der ZDF-Fernsehgarten oder die MDR-Sendung „Die Show im Zoo“.

„Mit dieser Art von anspruchsvollem Schlager habe ich meinen Platz gefunden. Ich liebe es, Texte zu schreiben, auch für andere“, erzählt sie. Susan Ebrahimi hat sich in der Musikbranche aber nicht nur als Sängerin und Texterin etabliert. Denn sie arbeitet auch bei Musik-Video-Produktionen als Assistentin mit, daneben leitet ihr Lebensgefährte Eddy Bachinger eine Plattenfirma. Was lag da näher, als eine eigene Schallplattenfirma samt Musikverlag zu gründen?



Susan Ebrahimi kam zu dem Gespräch in ein Saarbrücker Café daher nicht alleine, sondern wurde von ihrer Tochter Daria Fries begleitet. Tatsächlich hat sie mit der jungen BWL-Studentin, die gerade ihren Studienabschluss macht und daneben auch als Eventmanagerin arbeitet, gemeinsam das Label „Klondike“ gegründet. „Ich hatte vorher in einer Unternehmensberatung gearbeitet. Aber irgendwie war es das nicht so ganz. Da überlegte ich, was kann ich machen? Und da ich aus einer Musikerfamilie stamme, lag es nah, gemeinsam mit meiner Mutter das Label zu gründen“, erklärt Daria Fries.

Der Name „Klondike“ leitet sich von dem Fluss in Nordamerika ab, der anlässlich des größten Goldrausches im späten 19. Jahrhunderts bekannt geworden ist. „Wir fanden den Namen sehr passend, denn wenn man das tut, was einen sehr glücklich macht, dann ist man sehr reich“, erklärt Susan Ebrahimi lächelnd den ausgefallenen Namen der Firma.

Seit 2016 existiert mittlerweile „Klondike Records & Songs“ und betreut acht bis neun Sänger im Pop-Schlager-Bereich. Man konnte schon vier Longplay-CDs herausbringen und diverse Male die betreuten Künstler in Radio- und TV-Sendungen unterbringen. Mutter und Tochter haben sich die Zuständigkeiten der Schallplattenfirma perfekt aufgeteilt. Während Susan die Kreative ist, die sich auch um Layout, Grafik, Texte und Videoplanung kümmert, arbeitet Tochter Daria im Bereich der Administration und Promotion, organisiert die vielen Termine.

„Das kann man nicht als Beruf erlernen. Und gerade am Anfang, wenn man noch viele Fragen hat, braucht man auch Berater“, berichtet Daria Fries. Aber zum Glück ist dann der Weg zu Eddy Bachinger nicht weit.

Außerdem wussten Mutter und Tochter schon zu Beginn, dass man bei der Gründung eines eigenen Labels einen langen Atem braucht. „Die ersten zwei bis drei Jahre ist man nur am Aufbauen. Erst langsam und nur, wenn man erfolgreich ist, kommt es zu einem finanziellen Rückfluss“, gesteht dann auch Susan Ebrahimi. „Man braucht Ausdauer, Motivation und Lust dazu“, bestätigt Daria Fries.

Mittlerweile stellen sich die ersten Erfolge der Plattenfirma-Arbeit ein. Denn am Samstagabend werden auf dem St. Johanner Markt fünf Künstler des Labels „Klondike“ beim bunten Schlagerprogramm auftreten, darunter neben Maria Bonelli, Vivian Lindt, der Gruppe Aura und Jens Wagner auch Susan Ebrahimi selbst -–mit ihren eigenen, geliebten Texten.