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39. Max-Ophüls-Filmfestival
Der Kommissar ist von Frauen umringt

Pasquale Aleardi macht nicht nur als Kommissar Dupin eine gute Figur. Mit seiner Band „Die Phonauten“ bereicherte er den Empfang, den die Stadt beim Max-Ophüls-Festival gab.
Pasquale Aleardi macht nicht nur als Kommissar Dupin eine gute Figur. Mit seiner Band „Die Phonauten“ bereicherte er den Empfang, den die Stadt beim Max-Ophüls-Festival gab. FOTO: Oliver Dietze / Oliver Dietze /MOP
Saarbrücken. Stadtverwaltung lockte scharenweise Filmfreunde in Lolas Bistro. Nur die echten Stars waren erstaunlich dünn gesät.

Zu einem richtigen Filmfestival gehören auch Empfänge. Hartnäckig halten sich auch über das Festival Max-Ophüls-Preis Gerüchte von solchen Zusammenkünften, neudeutsch: Get-Together, zu denen Produktionsfirmen rufen und bei denen man erst beruflich fachsimpelt, bevor dann der Schampus in Strömen fließt. In welchen Clubs und ob diese wilden Partys überhaupt stattfinden, ist schwer zu überprüfen, denn nur wer eine Einladung bekommt, erfährt davon und kommt hinein.



Etwas anderes ist es mit dem Empfang der Landeshauptstadt. Auch für den braucht man zwar eine Karte, doch die erhalten viele, und der Ort ist kein Geheimnis: Und so sah man denn am Donnerstag zu überfrüher Stunde schon Trosse in Lolas Bistro strömen, wo Oberbürgermeisterin Charlotte Britz die Filmfreunde nicht allein erwartete. Sie brachte die Band „Die Phonauten“ mit, die in Saarbrücken bereits beim Altstadtfest aufgespielt hatte.

Deren Kopf Pasquale Aleardi ist, was zum Festival ausgezeichnet passt, vor allem als Schauspieler recht bekannt. Besonders als Protagonist der ARD-Krimireihe „Kommissar Dupin“ in der Bretagne, was die OB nutzte, um Jungen und Mädchen aus Nantes zu begrüßen. Die Verwaltung hatte die jungen Leute aus der Saarbrücker Partnerstadt, früher mal die Bretonen-Hauptstadt, zum Festival eingeladen.

Nur Britz’ Ansage in ihrer kurzen Rede: „Der Empfang soll ja dazu dienen, dass wir alle ein bisschen Kultur erleben können und dann austauschen“, wurde nicht ganz beherzigt. Denn die Gäste gingen sofort zu Letzterem über. Da hatte es Aleardi, ein echter Charming-Boy, der zum Lächeln geboren scheint, wirklich schwer, sich mit seiner Feierlaune verbreitenden, eingängig melodisch und groovenden Musik durchzusetzen.

Auch seine Texte und Zwischenansagen, die wirklich witzig sein sollen, ließen sich wegen dem Grundgemurmel, sofern man nicht direkt vor der Band stand, kaum verstehen. Dabei traf man diesmal vor allem die üblichen Verdächtigen hier an. Saarbrücker Stadträte und Bezirksräte aller Fraktionen, Beigeordnete, Chefs der städtischen Eigenbetriebe und Gesellschaften, dazwischen Neunkirchens Bürgermeister, hatten sich mit Gläsern in der Hand alle viel zu erzählen.

Treffen konnte man auch auf Horst Ruland, der mit der Kamera Stimmung einfangen wollte: „Für einen Image-Film übers Festival zum 40., der nächstes Jahr gezeigt wird“, wie er erzählte. Dafür wird er aber bis Sonntag noch anderswo drehen müssen, denn wer sich erstaunlich rar machte, waren echte Film-Promis. Dafür sah sich „Kommissar Dupin“ nach seinem Konzert plötzlich von mindestens 20 vorwiegend weiblichen Fans jeden Alters umringt, die alle ein Selfie mit dem Star haben wollten.

Und dann gab es beim Stadt-Empfang auch noch einen extra Empfang für die „Paten“, filmbegeisterte Bürger, die das Festival jedes Jahr mit mindestens 500 Euro als Spende unterstützen. So wie Ursula Deeken, sie war vor acht Jahren eine der Ersten, die ihr Portemonnaie öffneten, als Andrea Wenger vom Festival am Tresen seufzte: „Ich würde gern Tischsets als Festivalwerbung für Restaurants machen lassen, hat jemand Geld?“ 31 Paten erhielten als Dankeschön Freikarten und treffen sich nun zweimal jährlich in geselliger Runde. Was sie noch suchen? Mitstreiter. „So wie wir für das Festival werben, müssten wir doch 200 Saarbrücker zusammenbekommen“, sagt Pate Helmut Kallenbach.

Oberbürgermeisterin Charlotte Britz begrüßte die Teilnehmer am Empfang der Stadt. Neben ihr: Festivalleiterin Svenja Böttger.
Oberbürgermeisterin Charlotte Britz begrüßte die Teilnehmer am Empfang der Stadt. Neben ihr: Festivalleiterin Svenja Böttger. FOTO: Oliver Dietze / Oliver Dietze /MOP