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Start in die Zweitliga-Saison
Der Klassenverbleib ist das höchste der Gefühle

Die Holländerin Tanja Helle (Foto) spielt mit Neuzugang Nathalie Marchetti aus Belgien beim ATSV Saarbrücken im vorderen Paarkreuz.
Die Holländerin Tanja Helle (Foto) spielt mit Neuzugang Nathalie Marchetti aus Belgien beim ATSV Saarbrücken im vorderen Paarkreuz. FOTO: Thomas Wieck
Saarbrücken. Der ATSV Saarbrücken startet nach einem Seuchenjahr mit dem Heimspiel gegen Weil seine zwölfte Saison in Folge in der 2. Bundesliga. Von David Benedyczuk

Mit nur einer Veränderung im Kader und dem Ziel Klassenverbleib startet der ATSV Saarbrücken an diesem Sonntag in die Saison in der 2. Tischtennis-Bundesliga. Gegner im Heimspiel in der ATSV-Halle ist um 12 Uhr der ESV Weil. Für die Saarbrückerinnen ist es die zwölfte Spielzeit in Folge in der Liga. Die vergangene Saison hatte der ATSV mit der schlechtesten Bilanz seit dem Aufstieg 2007 beendet. Er blieb nur dank der Entwicklungen in anderen Klassen in der 2. Liga.


Dem ATSV Saarbrücken droht nun wieder eine Zitter-Saison. Denn personell waren keine großen Sprünge drin. Aufgerüstet hat laut Tischtennis-Abteilungsleiter Wolfgang Scholer die Konkurrenz. Er sagt: „Die Liga ist insgesamt noch mal ein gutes Stück stärker geworden.“ Für seine Mannschaft gab es nur Ersatz für die Nummer eins Na Yin, die berufsbedingt nicht mehr wie bisher zur Verfügung steht. Die Lücke schließen soll Nathalie Marchetti. Die 21-Jährige war von 2013 bis 2015 dreimal in Folge belgische Meisterin und spielte zuletzt beim französischen Zweitligisten St. Pierre. Sie wird mit der Holländerin Tanja Helle das vordere Paarkreuz bilden.

Das hintere Paarkreuz bildet die Stammbesetzung des letzten Jahrzehnts: Theresa Adams und Ann-Kathrin Herges. Beide hoffen sie auf eine erfreulichere Runde, nachdem sie von Verletzungspech und Formschwankungen gebeutelt waren.



Weitere Zugänge blieben auch deshalb aus, weil die finanziellen Mittel gekürzt wurden. „Es ist offensichtlich immer schwieriger, hier noch Unterstützer für den Tischtennis-Sport zu finden. Mehr möchte ich dazu nicht sagen“, erklärte Scholer. Er deutete an, dass Sponsoren ihr Engagement nach dem schwachen Abschneiden in der vergangenen Spielzeit zurückgefahren haben. Angesichts der auf dem Papier mehrheitlich besser besetzten Konkurrenz sei der Klassenverbleib erneut das höchste der Gefühle.

„Hinter uns liegt ein absolutes Seuchenjahr“, erklärt Scholer. Es soll wieder die Freude am Tischtennis-Sport im Vordergrund stehen. „Die Spielerinnen spielen in erster Linie, weil sie Spaß daran haben“, sagt Scholer: „Wenn man sich die Ranglistenpunkte ansieht, sind wir außer gegen die Aufsteiger NSU Neckarsulm und TTC Staffel in allen Spielen Außenseiter – wobei wir uns in der Rolle nicht unwohl fühlen und aus ihr heraus eine diesmal bessere Saison spielen wollen. Ich bin mir sicher, wir werden die eine oder andere Überraschung schaffen.“

Dass es mit einem Sieg gegen den Vorjahresvierten ESV Weil klappt, ist unwahrscheinlich. Der Auftaktgegner ist durch die Bank stark besetzt. Das unterstreicht die Tatsache, dass hinter der ukrainischen Nationalspielerin Ievgeniia Vasylieva und der walisischen Nationalspielerin Charlotte Carey mit Eline Loyen eine Landsfrau Marchettis nur an Position vier spielt. Dabei ist sie vom Leistungsvermögen ähnlich einzuschätzen wie Marchetti.