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Lokalspitze: Der Kampf gegen Parallelgesellschaft

Lokalspitze : Der Kampf gegen Parallelgesellschaft

Razzia diese Woche bei der Rockerbande La Familia: Dabei stellten Ermittler kiloweise Drogen und ein ansehnliches Waffenarsenal sicher. Das beunruhigt, wenn in unserer Nachbarschaft Menschen illegalen Machenschaften nachgehen. Wunderlich nur: Vertreter genau jener Gruppen werden nicht müde, in erster Linie über die sozialen Netzwerke des Internets Ehre und Anstand zu postulieren. Was angesichts dieser brisanten Funde stark an der Ehrhaftigkeit zweifeln lässt.

Razzia diese Woche bei der Rockerbande La Familia: Dabei stellten Ermittler kiloweise Drogen und ein ansehnliches Waffenarsenal sicher.  Das beunruhigt, wenn in unserer Nachbarschaft Menschen illegalen Machenschaften nachgehen. Wunderlich nur: Vertreter genau jener Gruppen werden nicht müde, in erster Linie über die sozialen Netzwerke des Internets Ehre und Anstand zu postulieren. Was angesichts dieser brisanten Funde stark an der Ehrhaftigkeit zweifeln lässt.

Wer genau hinschaut, wird anhand der öffentlichen Stellungnahmen erkennen: Viele Statements sind vergiftete Parolen, wenn sich Vertreter der Rockerbanden als Gralshüter von Sitte und Anstand zu Wort melden.  Beispielsweise wenn es um den vermeintlichen Einsatz um das Wohl unserer Kinder geht. Denn sie torpedieren, dass Missbrauch von unabhängiger Justiz geahndet wird.  Sie fordern zur Selbstjustiz auf bis hin zum  Lynchen.  Was in doppelter Hinsicht unseren gesellschaftlichen Normen widerspricht: Denn zum einen kann hier nicht von Selbstverteildigung in einem Notfall die Rede sein. Zum anderen ist die Todesstrafe in Deutschland aus gutem Grund verfassungsmäßig abgeschafft.

Keine Frage: Nicht alle Mitglieder einer Rockergruppe  sind  per se Kriminelle. Sie dazu abzustempeln, käme Sippenhaft gleich. Allerdings müssen wir uns  eingestehen, dass es in diesen Kreisen Parallelgesellschaften gibt, die sich außerhalb des Rechtsstaates bewegen. Das dürfen wir uns nicht gefallen lassen. Zusammenschlüsse wie La Familia und Co. täten gut daran, Kriminelle in ihren Reihen keinen Raum für Unterschlupf zu bieten. Und ihre Clubs nicht hermetisch abzuschirmen. Das macht verdächtig.