1. Saarland
  2. Saarbrücken

Der Apfelgarten des „heimlichen Apfelkönigs“ in Wadgassen

Ein schönes Luftbild : Der Apfelgarten des „heimlichen Apfelkönigs“ in Wadgassen

Ja – was ist denn das? So wächst doch keine Wiese! Auf außergewöhnliche Weise wirbt der 68-jährige Wadgasser Josef Wilhelm für seinen Apfelgarten. Mit dem Rasenmähertraktor hat er das Wort „Äpfel“ in die Streuobstwiese geschrieben.

Die Feinarbeit machte er dann per Hand mit der Sense. Der frühere Chemielaborant ist seit vielen Jahrzehnten leidenschaftlicher Hobbygärtner. Für seine besonderen Verdienste wurde der Baumwart des Obst- und Gartenbauvereins Wadgassen, seit rund 20 Jahren im Amt, erst jüngst vom Verband der Gartenbauvereine Saarland/ Rheinland-Pfalz mit der „Goldenen Rose“ ausgezeichnet. Normalerweise macht er sich nicht so viel aus solchen Ehrungen, aber für seine geliebten Äpfel nahm er diese „Tortur“ gerne auf sich.

Zurück zum Garten von Josef Wilhelm: In großen Lettern prangt nun das Wort „Äpfel“ aus der großen Streuobstwiese in den Himmel und ist somit bestens aus der Luft zu sehen. Das kommt nicht von ungefähr, denn der 68-jährige ist quasi der heimliche „Apfelkönig“ im Landkreis. Und er ist mächtig stolz auf seinen 14 000 Quadratmeter großen Obstgarten in der Schweizer Wies. Rund 180 Obstbäume stehen hier, der Großteil Apfelbäume – an die 140 an der Zahl. Um die 120 verschiedene Sorten Äpfel gedeihen hier. Josef Wilhelm hat sich vor allem den alten Apfelsorten verschrieben. „Sie schmecken einfach viel besser als das fade Einerlei aus dem Supermarkt,“ begründet er seinen Standpunkt.

Josef Wilhelm – Hobby-Obstgärtner aus Leidenschaft. Foto: Ruppenthal

Die rund zehn verschiedenen Apfelsorten, die hierzulande verkauft werden, stammen nach seinen Ausführungen letztendlich alle vom „Golden Delicious“ und vom „Jonathan“ ab. Durch Einkreuzungen versuchte man ihre Anfälligkeit für Schorf und Mehltau zu beseitigen. Daraus ist der „Jonagold“ entstanden, der aber wiederum für allerlei „Krankheiten“ anfällig ist. Durch weitere Einkreuzungen insbesondere mit dem Urapfel „Malus floribunda“ versuchte man, dieses Übel abzustellen. „Aber bei all den Einkreuzungen blieb letztlich der Geschmack auf der Strecke,“ meint der „Apfelpapst“ von der Bist. Da die alten Apfelsorten jedoch unterdurchschnittlich Ertrag bringen und zumeist auch mehr Pflegearbeit benötigen, blieben sie in den letzten Jahren mehr oder weniger auf der Strecke. Dabei ist nach den Worten von Josef Wilhelm insbesondere die Saftindustrie stark an den alten Sorten interessiert, bezahlt aber nach seinen Ausführungen derartig schlecht, dass Aufwand und Nutzen in keinerlei Relation mehr stehen.