| 20:26 Uhr

Erst Fürstenhausen - dann Dudweiler
Der Altreifen-Skandal hat eine Vorgeschichte

Dieses Altreifen-Lager musste ein Grundstückseigentümer in Fürstenhausen auf eigene Kosten entsorgen lassen.
Dieses Altreifen-Lager musste ein Grundstückseigentümer in Fürstenhausen auf eigene Kosten entsorgen lassen. FOTO: privat
Dudweiler/Fürstenhausen. (mh) Die Schlacht in Dudweiler ist geschlagen, das Altreifen-Lager kommt weg. Dafür sorgt die Stadt Saarbrücken beziehungsweise das  städtische Entsorgungsunternehmen ZKE (SZ vom 30. November). Vor wenigen Tagen erhielt die SZ Kenntnis davon, dass Dennis L., der junge Mann, der für die Ablagerung der Reifen zwischen Sulzbachtal- und Sudstraße verantwortlich ist,  das gleiche Spiel schon mindestens einmal abgezogen hat.

(mh) Die Schlacht in Dudweiler ist geschlagen, das Altreifen-Lager kommt weg. Dafür sorgt die Stadt Saarbrücken beziehungsweise das  städtische Entsorgungsunternehmen ZKE (SZ vom 30. November). Vor wenigen Tagen erhielt die SZ Kenntnis davon, dass Dennis L., der junge Mann, der für die Ablagerung der Reifen zwischen Sulzbachtal- und Sudstraße verantwortlich ist,  das gleiche Spiel schon mindestens einmal abgezogen hat.


Besuch bei Peter N. in Siersburg. Er ist der Besitzer eines Grundstücks in Völklingen-Fürstenhausen, das  Dennis L. im Frühjahr dieses Jahres gepachtet hatte. Vormals Mineralöllager für Diesel und Heizöl, dann als Werkstatt vermietet bis 2016, diente es L. ebenfalls als Altreifen-Lager, wie Peter N. erzählt. Der 72-Jährige erklärt,  dass der neue Pächter des umfriedeten Areals große Container aufstellen ließ. Und behauptete, diese würden, wenn bis oben hin  mit Reifen gefüllt, von einer Entsorgungsfirma abgeholt. Was aber nicht geschehen sei. „Der Mann hat nur Stories erzählt. Er ist ein notorischer Lügner“, sagt Peter N. Das behauptet auch ein ehemaliger Mitarbeiter von Dennis L., den die SZ kontaktierte. L. versuche fälschlicherweise, sich als Opfer zu stilisieren. Überwiegend sei er damit beschäftigt gewesen, seine bereits auf anderen Lagerplätzen in Bischmisheim und Fenne verbrachten Altreifen auf das Grundstück von Peter N. zu verfrachten. Altreifen jedoch „wurden nie entsorgt“, sagt der ehemalige Mitstreiter, der sich über einige Geschäftspraktiken seines „Arbeitgebers“ sehr verwundert äußert. Als es zum Streit mit Peter N. gekommen sei, habe L. das Grundstück in Dudweiler angemietet.  Und weil der Besitzer des Grundstücks in Bischmisheim zunehmend Druck ausgeübt habe, dass die Reifenberge dort verschwinden sollten, seien diese  mit mehreren Lkw-Ladungen nach Dudweiler verfrachtet worden. Derweil hat Dennis L. nach Angaben von Peter N ihm bis heute keine Pacht gezahlt. Nur einmal habe er eine Anzahlung von 200 Euro geleistet. Anzeige werde  er gegen L. erstatten. N. ist vor allen Dingen sauer, weil Jungunternehmer L. ihm auf dem Fürstenhausener Grundstück rund 10 000 Reifen hinterlassen habe. Noch immer sei  er dabei, diese entsorgen zu lassen - das Stück zu 1,10 Euro. Im Übrigen, so Peter N., habe L. auch nicht die geforderte Feuerversicherungspolice vorweisen können. Ob sich überhaupt jemand  finden ließe, der eine solche Versicherung anbietet, sei wohl fraglich, ist sich N. mittlerweile  ziemlich sicher.

Mit Dennis L. war im Übrigen auch die Untere Bauaufsicht (UBA) der Stadt Völklingen beschäftigt. Aus einem Schreiben an den jungen Mann  geht hervor, dass er - nach einer eingeräumten Frist bis 1. Oktober 2017 - letztmalig zur vollständigen Räumung  des Altreifen-Lagers in der Saarbrücker Straße aufgefordert wurde. Bei Nichteinhaltung der Frist, so die UBA, erfolge die kostenpflichtige Beseitigungsverfügung unter Androhung eines Zwangsgeldes von 2500 Euro.



(mh)